Holzdiebe kamen gleich zweimal in den Heckershäuser Wald

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Nur noch Reste vorhanden: Dieter Lübeck, Vorsitzender der Interessentenwald-Gemeinschaft Heckershausen, zeigt an, wie hoch die drei Meter langen Buchenstämme gestapelt waren, bevor Diebe acht Raummeter stahlen.

Ahnatal. Zwei Diebstähle innerhalb weniger Tage. „Die Täter müssen sich vorher im Wald umgeschaut haben“, vermutet Dieter Lübeck von den Waldinteressenten Heckershausen. Und dann schlugen sie jeweils am späten Abend oder in der Nacht zu.

Das erste Mal am Wochenende von Samstag, 5. April, auf Sonntag, 6. April. Und dann wieder in der Nacht von Mittwoch, 9. April, auf Donnerstag, 10. April.

Der Vorsitzende der Interessentenwald-Gemeinschaft Heckershausen ist sich der Tatzeiträume sicher, „denn ich bin jeden Tag im Wald“. Jetzt steht er an einer Stelle im Forst oberhalb des Ahnataler Ortsteils, an der vor Kurzem noch Drei-Meter--Stämme Buchenholz aufgeschichtet waren. Es sind nur noch Reste vorhanden. Und zwar stärkere Stammstücke, die den Dieben möglicherweise zu schwer für einen Abtransport waren.

Acht Raummeter fehlen an dieser Stelle. Ein Harvester, eine große Holzerntemaschine, hatte diese Buchen gefällt und auf drei Meter zurechtgeschnitten. Die Stücke wurden an dem befestigten Waldweg aufgestapelt. Das Holz sollte noch auf Stücke zu einem Meter Länge zerteilt und gespalten werden, sagt der Vorsitzende. „Damit die Käufer es weiter zu Brennholz verarbeiten können.“

Auf eben jene handlichere Größe war jenes Holz bearbeitet, das zunächst gestohlen wurde und ein kurzes Stück entfernt am gleichen Waldweg lagerte. Ein bis zwei Raummeter nahmen Unbekannte - Lübeck vermutet, dass es der oder die gleichen Täter waren - von dort mit.

Unbemerkt, wie es scheint. Denn die Lagerstätten sind laut Lübeck gleich über mehrere befestigte Waldwege zu erreichen gewesen. Die Täter konnten direkt ans Holz fahren. Vielleicht nutzten sie einen geschlossenen Transporter, einen Sprinter für die Drei-Meter-Stücke, um nicht aufzufallen. Dann hätten sie aber mehrfach fahren müssen, sagt der Vorsitzende.

Der finanzielle Verlust für die Waldinteressenten beläuft sich laut Lübeck auf 500 Euro. Dies sei der Verkaufswert des gestohlenen Brennholzes. Problem sei aber auch, dass die Kunden nicht mit dem Heizmaterial versorgt werden können.

Dies sind die gut 50 Mitglieder der Interessentengemeinschaft, also Privatleute, denen Anteile an dem 52 Hektar großen Wald gehören. Aber auch Nichtmitglieder, die Brennholz aus dem Heckershäuser Forst beziehen. Letztere werden mit geringerer Menge rechnen müssen, meint Lübeck. Beide Gruppen hatten ihren Bedarf angemeldet, entsprechend seien Bäume gefällt worden. Nachlegen geht nicht, „denn der Holzeinschlag ist abgeschlossen“.

Lübeck hat bei der Polizei Strafanzeige gestellt. Solange noch Brennholz im Wald liegt, wollen laut Lübeck Förster, Jäger und Mitglieder der Interessentengemeinschaft vermehrt kontrollieren, „auch nachts“.

Das sagt das Forstamt 

Der Holzdiebstahl in größerem Stil, der noch vor zwei Jahren zu Schäden „in erheblicher Höhe“ geführt hatte, findet nicht mehr statt, sagt Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen. Ganze Lkw-Ladungen waren verschwunden. Inzwischen baue das Forstamt Sender in gelagerte Holzpartien ein und könne daher deren Abtransport überwachen.

Kleinere aufgeschichtete Holzmengen würden immer noch gestohlen, sagen Zindel und die für Ahnatal zuständige Revierförsterin Dagmar Löffler, die auch die Waldinteressenten Heckershausen betreut. Dies hänge auch damit zusammen, dass es seit zehn Jahren eine hohe Nachfrage nach Brennholz gebe.

Vor Jahren habe sie per Zufall außerhalb des Dienstes, also in Zivil, ein Trio im Wald erwischt, das Brennholz auf einen Schlepper-Hänger lud. Zur Rede gestellt behauptete das Trio, die Försterin, also sie, habe ihnen das erlaubt. Als Lügner entlarvt, seien die Männer frech geworden. Löffler erstattete Anzeige, die Täter wurden über die Nummernschilder ermittelt.

Von Michael Schräer

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