Geschichts- und Museumsverein Fuldatal braucht Unterstützung bei Reparatur der Obermühle

Holzkämme für den Antrieb gesucht

Neue Holzkämme für das Antriebsrad gesucht: Das gusseiserne Antriebsrad ist mit Holzkämmen bestückt, die früher kostengünstiger ersetzt werden konnten als das Gussrad, erläutert Friedrich Betz, Fachmann für die vom Fuldataler Geschichts- und Museumsverein als Museumseinrichtung verwaltete Obermühle in Wilhelmshausen. Foto: Hobein

Fuldatal. Seit vergangenem Sommer versucht der Geschichts- und Museumsverein Fuldatal, die historische Obermühle, die der Verein in seine Museumsarbeit mit einbezogen hat, wieder zum Laufen zu bringen. Die Museumsleute wollten zum Mühlentag Anfang Juni 2010 den Schrotgang in Betrieb nehmen, um den Besuchern die Arbeit des Müllers besser darstellen zu können. Doch der Hilfsmotor und die Schaltanlage hierfür gaben kurz vorher ihren Geist auf. Aus der Vorführung wurde damals nichts.

Auf der Suche nach Fachleuten fanden sich aufgrund des Aufrufes in unserer Zeitung zwei Fuldataler Bürger, die den elektrischen Antrieb wieder betriebsbereit machten.

Gerhard Thomas aus Knickhagen und Willfried Erdbahn aus Simmershausen brachten die Steuerungsanlage wieder in Ordnung und verlegten eine neue Zuleitung vom Zählerkasten. Dafür war Vereinsvorsitzender Volker Luckhard den beiden Bürgern sehr dankbar und freute sich, „dass sie uns geholfen haben“. Nun war der Elektromotor wieder intakt.

Doch beim nächsten Anlauf, die Mühle in Betrieb zu setzen, hielten die Holzkämme beziehungsweise die –zähne des gusseisernen Antriebsrades, das wie ein Zahnrad funktioniert, für den Schrotgang den Druck nicht mehr aus und zersplitterten. „Dazu hat man früher ein kurzfaseriges, elastisches Holz, wie es die Hainbuche, die Esche oder die Eberesche aufweisen, verwendet, weil es billiger war, die Holzkämme als das Gussrad zu ersetzen“, erläutert Fritz Betz vom Geschichtsverein. Er und Willy Pötter sind für die Wilhelmshäuser Obermühle verantwortlich und nun auf der Suche nach einem Hersteller solcher Holzkämme.

Derartige Kämme würden aus entsprechendem Holz mit automatischen Fräsen hergestellt, erläutert Pötter das Verfahren. Er ist von Beruf Schreiner. Durch die Holzzähne wird der Lauf des Antriebes für den Mühlstein, der über eine Welle und den Transmissionsriemen das Mahlwerk antreibt, auch leiser, erklärt Pötter die Arbeitsweise.

Auf der Suche nach einem Hersteller ist zwar Eberhardt Molkenthin, zweiter Vorsitzender des Vereins, fündig geworden, aber die Kosten für einen einzelnen Holzkamm liegen nach seinen Angaben bei mindestens sieben Euro. Bei rund hundert benötigten Kämmen käme auf den kleinen Verein ein Betrag von bis zu 1000 Euro zu, der nicht aufgebracht werden kann. Daher ist Eberhardt Molkenthin weiter auf der Suche nach einer preiswerteren Lösung. (phk)

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