Das Hessische Kutschen- und Wagenmuseum setzt einen Leichenwagen für Bestattungen ein

Holzpferd steckt im schwarzen Umhang

Über 100 Jahre alt: Der Leichenwagen im Kutschenmuseum und Schabracken für die Pferde rechts auf Holzständern. Foto:  Wienecke

Lohfelden. „Diese Schabracken habe ich noch nie benutzt“, sagt Horst Fehr über die schwarzen Umhänge für die Pferde, die über zwei Holzständer im Kutschenmuseum drapiert wurden. Die Bestattungskutsche, die bereits über 100 Jahre alt ist, wird jedoch gelegentlich eingesetzt.

„Den ersten Einsatz bei uns hatte das Fahrzeug anlässlich eines documenta-Workshops im Gebäude von Salzmann“, erinnert sich Horst Fehr. „Wir fuhren dort mit zwei Schimmeln des Kaufunger Reitervereins und der Kutsche im Fahrstuhl hoch zu der Aufführung“, erzählt er. Auf ihren letzten Wunsch hin wurden inzwischen mehrere verstorbene hessische Adelige mit dem Leichenwagen zu den Stammsitzen ihrer Familien gebracht, um sie in Familiengruften beizusetzen. „Auch am Hauptfriedhof in Kassel geleiteten wir mit dem Zweiachser Verstorbene zur letzten Ruhe“, sagt Horst Fehr.

„Früher hatte fast jede größere Gemeinde eine eigene Bestattungskutsche. Auch in Crumbach gab es so ein Fahrzeug.“ Der Bestattungswagen des Lohfeldener Kutschenmuseums stammt jedoch aus dem Raum Eschwege. Er wurde von Horst Fehr restauriert. „Ich habe die Räder gestrichen und neu liniert“, berichtet er und zeigt die feinen Schmucklinien. „Die Bestatter schätzen es, dass wir die Kutsche, vor die wir zwei oder vier Pferde spannen können, noch in Betrieb haben“, sagt er. „Sie hat einen Baldachin mit Engelsfiguren und eine Vorrichtung, um den Sarg aufzuschieben.“

Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum, Friedrich-Ebert-Ring 14, Lohfelden-Crumbach, jeden ersten Sonntag im Monat, 15 bis 17 Uhr, und nach Vereinbarung, Tel. 0561/ 51  68  94, Infos im Internet: www.kutschenmuseum.de

Von Bettina Wienecke

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