Aufbau in der Altenritter Heilandskirche wird restauriert – Förderverein gibt das Geld

Holzwurm in der Kanzel

Konzentriert: Claudia Kluger arbeitet an der Kanzel der Heilandskirche in Altenritte. Der aus dem Jahr 1908 stammende Holzaufbau wird derzeit auf Vordermann gebracht. Fotos: Kühling

Baunatal. Über 100 Jahre hat die Kanzel in der Altenritter Heilandskirche durchgehalten. Jetzt muss der Holzaufbau, von der aus das Pfarrerehepaar Simon seine Predigten hält, restauriert werden. Seit den Sommerferien ist die Baunataler Restauratorin Claudia Kluger dabei, Risse auszugleichen, die Farbe aufzufrischen und Schäden auszubessern. Einen Großteil der dafür notwendigen 5500 bis 6000 Euro hat der Förderverein bereits gesammelt.

Kluger kennt die Altenritter Kirche bestens. Die Restauratorin hat bereits den Altar und Teile der Orgel auf Vordermann gebracht. Viele Stunden hat sie mit Wattestäbchen und Pinsel in der Hand an den Elementen der Heilandskirche gearbeitet, Schichten aus Ruß und Schmutz beseitigt.

Fasziniert sei sie immer wieder von der Arbeit des Kirchenmalers, sagt Kluger. Diesen besonderen Schwung, mit dem dieser die Blumenelemente aufgetragen habe, sei etwas ganz Besonderes. „Das würde ich nicht hinbekommen.“

Der Name des Künstlers, so ergänzt Fördervereinsvorsitzender Siegfried Rauch, sei viele Jahre nicht mehr bekannt gewesen. Jetzt habe er herausgefunden, dass es ein Herr Dauber aus Marburg gewesen sein müsse.

Entstanden ist die Malerei beim Bau der Kirche 1907/1908. Der Architekt, Bauoberrat Hoßfeld, kam direkt vom Hof des Kaisers. Er entwarf das Gebäude als typische Dorfkirche der Region.

Ätzende Putzmittel

Das Holz der Kanzel trocknete im Lauf der Jahre aus, bekam Risse. Außerdem sei der Aufbau durch Fußtritte der Besucher der Kirche beschädigt worden, sagt Claudia Kluger. Und ätzende Putzmittel hätten sich in das Holz gefressen.

Die Restauratorin nennt ein weiteres Problem: Der Holzwurm. „Ich habe kürzlich entdeckt, dass es frische Spuren gibt“, sagt sie. Die Holzspäne, die durch die Tierchen runterrieselten, hat die Expertin zur Beweissicherung vorsichtshalber auf der Treppe zur Kanzel liegen lassen.

Abschluss im Herbst

Noch im Herbst will Claudia Kluger, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Jürgen Böhme an der Kanzel arbeitet, fertig werden. Sollte sich der Holzwurmbefall bewahrheiten, erklärt Böhme, gebe es moderne Verfahren dagegen vorzugehen. Dazu werde die Kirche abgedichtet und mit Stickstoff gefüllt.

Fördervereinsvorsitzender Siegfried Rauch hat schon weitere Projekt für das Altenritter Gotteshaus im Blick. „Als nächstes ist die furchtbare elektrische Anlage an der Reihe“, sagt er. „Und dann kommt die Heizung dran.“

Geld für die Kanzel sammelt der Förderverein noch einmal mit einer Aktion am Samstag, 24. September. Mitglieder verkaufen von 14 bis 17 Uhr frische Waffeln am Tegut-Markt in Altenritte.

Von Sven Kühling

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