Hort in Ihringshausen

Gemeinde plant Neubau für Schulkinder in Ihringshausen

Voller Schadstoffe: Dieses ehemalige Gebäude der Kirche konnte für einen Hort nicht genutzt werden.

Fuldatal. Beim Thema Hort in Ihringshausen setzt die Gemeinde Fuldatal alles auf Anfang. Nach der jüngsten Entscheidung im Gemeindeparlament soll die Betreuung von Schulkindern jetzt mit einem Neubau in der Nachbarschaft der Grundschule sichergestellt werden.

Damit ist jene Variante vom Tisch, bei der vorhandene Räume in der Schulturnhalle aufgestockt werden sollten.

Nach dem Willen der Fraktionen sollen bis September Planungen für einen Neubau vorgelegt werden. Diese sollen eine multifunktionale Nutzung, zum Beispiel für Vereine oder Senioren, berücksichtigen. Auch soll mit dem Landkreis Kassel über eine höhere finanzielle Beteiligung am Neubau und eine mögliche spätere Übernahme des Hauses verhandelt werden. Diese könnte erforderlich sein, wenn die Ludwig-Emil-Grimm-Schule Ganztagsschule würde und der Kreis als Schulträger für die Betreuung entsprechende Räume benötigt.

„Jetzt machen wir uns zum dritten Mal auf, über den Hort zu entscheiden“, sagte Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU). Zuletzt hatten die Fraktionen im Herbst 2011 entschieden, die Schulturnhalle aufzustocken. Diese Pläne hatte der Bürgermeister gestoppt. Wegen Problemen bei der Statik würde alles deutlich teurer als geplant, die Räume wären ungeeignet, zum Teil ohne Fenster und nach der jüngsten Entwicklung auch nicht ausreichend. So geht die Gemeinde davon aus, mittelfristig mehr als die geplanten 50 Hortplätze zu benötigen.

In der Vergangenheit seien „viele falsche Entscheidungen getroffen und wieder revidiert worden“, meinte Tore Florin (CDU). Thomas Ackermann (Grüne) sah in der Hortgeschichte (siehe Hintergrund) gar einen „Vertrauensbruch“ seitens der Verwaltung gegenüber dem Parlament, das sich immer für die Schulkinderbetreuung ausgesprochen hatte. Und Heidrun Gottschalk (SPD) brachte den Wunsch aller Gemeindevertreter auf den Punkt: „Wir hoffen, dass der nächste Versuch ein guter wird.“

Das sagt der Landkreis

Über die neue Entscheidung zum Thema Hortbetreuung in Ihringshausen habe die Gemeinde den Landkreis noch nicht informiert, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Noch sei die Aufstockung der Schulturnhalle Stand der Dinge mit der entsprechenden finanziellen Beteiligung. Grundlage neuer Verhandlungen sei für den Kreis, „dass wir nicht mehr Geld in die Hand nehmen, als ursprünglich angedacht war“, meint Kühlborn. Und: „Wir müssen sehen, was die neuen Rahmenbedingungen sind.“ (mic)

Hortbetreuung an mehreren Orten 

Die Hortbetreuung für Schulkinder in Ihringshausen hat in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Veränderungen erlebt. Zunächst in Räumen über der Turnhalle neben der Grundschule untergebracht, mietete die Gemeinde Räume in einem Haus der Kirche gegenüber an.

Schließlich wurde das Gebäude im Herbst 2009 gekauft, um den Hort dauerhaft unterzubringen. Während der Sanierung im Sommer 2010 wurden Schadstoffe wie Asbest, Schwermetalle und Schimmel entdeckt. Das Parlament zog die Notbremse, das Haus wurde nicht mehr für den Hort vorgesehen. Es ist inzwischen verkauft.

Der Hort zog in Schulräume, die schließlich vom Landkreis gekündigt wurden, seit August 2011 in einen gemieteten Containerbau. Seit Herbst 2011 gab es den Plan, die Schulturnhalle für einen Hort aufzustocken. Davon verabschiedet sich die Gemeinde jetzt mit den Plänen zum Neubau. (mic)

Von Michael Schräer

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