Kaufunger Bürger formulieren Wünsche für geplantes Wohnquartier Neue Mitte rund um den Kreisel

Hotel und Landeplatz für Christoph 7

Kaufungens Neue Mitte: Bei der zweiten Bürgerversammlung gab es einen Trend gegen die in der Grafik dargestellte Alternative.

Kaufungen. Bürgerversammlung, die zweite: Knapp 100 Männer und Frauen kamen am Dienstagabend ins Bürgerhaus von Kaufungen, um über die Gestaltung der Neuen Mitte zu diskutieren. Mal im Plenum, mal in kleinen Tischgruppen wurde in arbeitsamer Atmosphäre erörtert, wie die sieben Hektar große Fläche rund um den Kreisel mit einer möglichst harmonischen Mischung aus Wohnen, Arbeit und Freizeit genutzt werden könnte.

Städtebauarchitektin Sonja Rühling vom Kasseler Planungsbüro pwf hatte zuvor berichtet, wie die Vorschläge der ersten Bürgerversammlung im Oktober in die Planung eingearbeitet wurden.

Auf dem alten Festplatz könnten danach 46 Wohneinheiten, südlich der Leipziger Straße noch einmal 137 Wohneinheiten in kleinen Einfamilienhäusern oder in mehrgeschossigen Bauten Platz finden.

Bürgermeister Arnim Roß (SPD) machte die Notwendigkeit für eine derartige Nutzung der Neuen Mitte deutlich: Jedes Jahr, so Roß, wechsele Wohneigentum im Wert von 20 Millionen Euro in Kaufungen die Besitzer. Menschen, die zu alt fürs Wohnen im eigenen Haus würden, benötigten neuen Wohnraum in einem betreuten Umfeld oder anderen sozialen Wohnformen. Dies solle in der Neuen Mitte geschaffen werden.

Unter den Teilnehmern des Treffens stellten die Kommunalpolitiker der Gemeindevertretung wieder die Mehrheit, doch waren auch erfreulich viele Bürgerinnen und Bürger gekommen, um ihre Vorstellungen einzubringen.

Hier einige Forderungen an die Neue Mitte:

•  Blockheizkraftwerke sollten die Häuser mit Fernwärme versorgen

•  Viergeschossige Bauten erscheinen zu massiv

•  Es sollte keine Läden geben, um keine Konkurrenz für die Dorfkerne zu schaffen

•  Der Kreisel muss erhalten bleiben

•  Eine Mischbebauung der Fläche aus kleinen und großen Häusern ist sinnvoll, maximal acht bis zehn Wohnungen pro Haus

•  Ein Hotelneubau oberhalb der Tennishalle wäre gut für Kaufungen

•  Die Leipziger Straße als Trennlinie der Bereiche muss überwunden werden.

•  Südausrichtung der Häuser für Fotovoltaikanlagen

•  Die Kosten für die Kaufunger Bevölkerung benennen

•  Bezahlbaren Wohnraum für Jung und Alt schaffen

•  Einen Landeplatz für den Rettungshubschrauber Christoph 7 ausweisen.

Ein knappe Mehrheit der Bürgerversammlung entschied, dass auch der in Kaufungen lebende Architekt Prof. Wolfgang Rettberg seine Alternativplanung vorstellen durfte, die einen kompletten Gegenentwurf darstellt. Rettberg rät dazu, gar keine neuen Wohnhäuser zu bauen und Kaufungens Mitte zu einem naturnahen Erlebnisraum zu gestalten. (tom)

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