Hotelname in Wolfsburg beantragt

Das Scirocco in Baunatal feiert 50. Geburtstag

Baunatal. Wer mit dem Auto durch Altenbauna fährt, dessen Blick bleibt unweigerlich an dem roten Scirocco hängen. Schräg nach vorn geneigt thront das sportliche Pendant zum VW Golf auf dem Vordach eines Hotels - den Schriftzug „Scirocco“ groß im Hintergrund.

Scirocco steht für VW. Und das gleichnamige Hotel in Baunatal steht genauso dafür - weil es vom VW-Werk lebt und mit ihm gewachsen ist.

Jetzt wird das Haus 50 Jahre alt. „VW hat Vorrang“, sagt Eigentümer Dietmar Werner mit Blick auch auf Reservierungen. Gäste beispielsweise während der documenta und dem Hessentag seien genauso gern gesehen, zunächst komme aber die Autobranche an die Reihe. Über 90 Prozent der Gäste kämen von VW selbst, von Zulieferern und Montagefirmen. „Wir haben viele Stammfirmen, die immer wieder kommen“, sagt Dietmar Werner.

Angefangen hat alles 1963. In den ersten Jahren des VW-Standortes, der 1958 gegründet wurde und Luftlinie nur wenige Hundert Meter entfernt vom Hotel liegt, baute eine Familie Werner - nicht verwandt mit dem heutigen Besitzer - das Haus an der Kirchbaunaer Straße. 14 Zimmer mit 23 Betten gab es im „Hotel Werner“ zunächst.

1978 benannte die Familie den Betrieb in Hotel Scirocco um. Anlass war die immer enger gewordene Zusammenarbeit mit dem Autokonzern. Den Namen hätten die damaligen Eigentümer sogar in Wolfsburg beantragen müssen, berichtet der 59-jährige Thüringer, der das Haus 1993 von seinem gleichnamigen Vorgänger übernahm.

Im Jahr 2003, zum 40. Geburtstag des Hotelbetriebes, kam dann das Auto aufs Dach. Er habe den Scirocco für 3000 Euro gekauft, erinnert sich Werner. „Eine Zeit lang bin ich das Auto noch selbst gefahren.“ Mit dem damaligen VW-Händler Struckhoff zusammen bereitete der Hotelier das Fahrzeug für den Weg aufs Dach vor. „Motor und Getriebe kamen raus. Alles wurde abgedichtet.“

Zum 50 Geburtstag, der ab dem 17. August mit einer Festwoche gefeiert werden soll, hat sich Werner eine weitere Überraschung ausgedacht. Diese habe wieder mit einem Automodell von VW zu tun, verrät er. Allerdings falle die Sache diesmal etwas kleiner aus. Unter anderem präsentiert das Hotel während der Woche eine Original-Speisekarte aus dem Jahr 1963. Das Schnitzel, das damals 5,40 Mark kostete, kostet dann 5,40 Euro.

Dietmar Werner, der von Ehefrau Carmen und Sohn Marcel als Geschäftsführer unterstützt wird, hat noch einiges vor an der Kirchbaunaer Straße. Eine Idee sei, so sagt der Hotelier, ein Entree aus Glas mit Restaurant in der oberen Etage zu schaffen. „Das ist ein absoluter Traum.“

Hintergrund: Aufwertung durch Kreisel

Inhaber Dietmar Werner hat viel Geld und Zeit in die Erweiterung und Sanierung des Hauses gesteckt. „Es gibt keinen Bereich, den wir nicht angefasst haben“, sagt er. In den vergangenen zwei Jahren seien beispielsweise alle Zimmer neu ausgestattet worden.

Bilder zu 50 Jahre Scirocco

50 Jahre Scirocco in Baunatal

Eine weitere Aufwertung des Hauses erhoffen sich die Betreiber von der Umgestaltung des Straßenknotens vor der Haustür. Die Kirchbaunaer Straße soll mit einem Kreisel ausgestattet werden. „Das ist ein Segen“, sagt Werner. Und die Stadt sieht im Gegenzug in dem Hotel einen markanten Punkt in der City. Sie nennt das Verkehrsrund nämlich „Scirocco-Kreisel“. (sok)

Ein Einzelzimmer im Hotel gibt es für 58 bis 68 Euro, ein Doppelzimmer für 78 bis 88 Euro pro Nacht.

Infos: Hotel Scirocco, 05 61/9 49 70.

www.hotel-scirocco.de

Von Sven Kühling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.