Der Niestetaler Otto Korn bastelt Nisthilfen für bedrohte Arten

Hotels für wilde Bienen

Nisthilfe: Otto Korn mit einem seiner Bienenhotels. Foto: Habich

Niestetal. Auf Honig hat Otto Korn es nicht abgesehen. Er will der Umwelt etwas Gutes tun – und seinem Obstgarten. Deshalb bietet er Nisthilfen für Wildbienen an. Jede zweite Wildbienen-Art ist vom Aussterben bedroht. In den selbst gebauten Holzkästen, die Otto Korn Bienenhotels nennt, vermehren sie sich jedes Jahr.

Korn hat viel Freude an seinem Garten: Dort wachsen Pfirsichbäume, Mirabellen, Kirschen, Äpfel und verschiedene Beeren. Damit die Pflanzen befruchtet werden, züchtet er die Wildbienen hinter seinem Haus. „Anders als Honigbienen machen Wildbienen kaum Arbeit“, sagt Korn. Einen Nachbarn, der zunächst skeptisch war, konnte er beruhigen: Die Tiere sind keine Störenfriede. „Sie sind viel weniger aggressiv als Honigbienen. Wenn ich mich den Kästen nähere, brauche ich keinerlei Schutzkleidung“, sagt der Züchter.

Viele Wildbienen-Arten können den Menschen gar nicht stechen. Otto Korn empfiehlt anderen Gärtnern, Nisthilfen aufzuhängen, um so bedrohte Wildbienen-Arten zu retten.

Vor fünf Jahren hat er das erste seiner fünf Bienenhotels gebaut, die Konstruktion ist denkbar einfach: Schilfröhrchen aus dem Baumarkt hat er zurechtgeschnitten und in Holzkästen gesteckt. Ein kleines Dach schützt sie vor Regen, ein Drahtgitter vor hungrigen Vögeln, die es auf Bienenlarven abgesehen haben. Der Kasten dient den Bienen als Ersatz für Pflanzen mit hohlen Halmen, die in der Natur immer seltener werden. Wird er – am besten an der Südseite des Hauses – aufgehängt, kommen die Tiere und nisten zu Hunderten.

In Korns Nisthilfen leben verschiedene Arten. Die großen Röhrchen bewohnt die rote Mauerbiene, kleinere Bienen finden in Röhrchen von wenigen Millimetern Durchmesser ein Zuhause. Anders als Honigbienen leben Wildbienen nicht im Schwarm, sondern allein: Jede weibliche Biene belegt ihre eigenen Schilfröhrchen. Gegen Ende Mai bauen sie darin winzige Kammern aus Lehm, füllen sie mit Eiern und Blütenpollen. Es entwickeln sich Larven, die sich verpuppen. Im folgenden April schließlich schlüpfen die jungen Bienen – und die Kästen können neu belegt werden.

Honig lässt sich zwar nicht von den wilden Bienenarten gewinnen. Dafür hat Otto Korn jetzt regelmäßig größere Mengen an Brombeer- und Johannisbeerwein: Die Bienen steigern seine Ernte, weil sie so fleißig die Blüten der Pflanzen bestäuben.

Infos: www.wildbienen.de

Von Irene Habich

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