Nach Ausfall der Lossetaltram: KVG versäumte, Hinweise ins Internet zu stellen

Hotline nicht informiert

Leere Gleise in Niederkaufungen: Auf der Lossetalstrecke ging am vergangenen Mittwochmorgen nichts mehr, nach einem Stellwerksbrand in Kaufungen konnten die Straßenbahnen der Linie 4 nicht fahren und wurden durch Busse ersetzt. Doch die Fahrgäste wurden nur unzureichend informiert. Foto: Ketteritzsch

Kaufungen / Helsa. Infopanne bei der KVG: Als am vergangenen Dienstagabend nach einem Brand im Stellwerk Kaufungen die Lossetalbahn für 18 Stunden nicht mehr fahren konnte, wurde der Verkehr ersatzweise auf Busse umgestellt. Über die Änderungen wurde nur unzureichend informiert. In der HNA war die Situation am Mittwoch kurz dargestellt, im Internet fanden sich aber am Mittwochmorgen keine aktuellen Informationen der KVG; selbst bei der Hotline des NVV wusste man nicht Bescheid.

Das bekam auch ein Kaufunger Lehrer zu spüren, der am Mittwochmorgen mit der Bahn zu seiner Schule in Kassel fahren wollte. Er suchte auf der Homepage der Kasseler Verkehrsgesellschaft KVG, die die Lossetalbahn betreibt, nach einer Alternative. Fehlanzeige, dort fand er keinen Hinweis auf die Störung. Auch sein Anruf bei der zentralen NVV-Hotline ging ins Leere. Die freundliche Servicekraft verwies ihn auf die Linie 4, die aber schon seit Stunden nicht mehr verkehrte. Von dem Busersatzverkehr wusste sie nichts.

KVG bittet um Verständnis

„Es wundert mich ein bisschen, dass die nötigen Stellen nicht informiert wurden“, sagte NVV-Sprecherin Sabine Herms auf Nachfrage der HNA, „das muss besser werden.“ Jeweils 50 Kunden beschwerten sich am Mittwoch und Donnerstag beim NVV, normalerweise sind es 50 pro Woche. Die meisten wollten den Fahrpreis erstattet bekommen.

Normalerweise stellen die nordhessischen Verkehrsunternehmen wie die KVG laut Herms Störungen als aktuelle Meldungen auf ihre Homepage; von dort übernehmen die Mitarbeiter der NVV-Hotline die Informationen und geben sie an Anrufer weiter. „Das geht in der Regel zeitnah und automatisch“, sagte die NVV-Sprecherin.

Bei der KVG bittet man um Verständnis. „Es tut uns leid“, sagte Ingo Pijanka, Pressesprecher der Städtischen Werke, der die in Urlaub weilende KVG-Sprecherin vertritt. Er habe bis spät am Dienstagabend die aktuelle Verkehrslage im Lossetal recherchiert und dann an die Medien weitergegeben. Dass die eigene Homepage und damit die telefonische Hotline des NVV übersehen wurden, sei bedauerlich. Es sei aber eine große Ausnahme, „vielleicht das erste Mal in sechs Jahren“, so Pijanka.

Dynamische Anzeigetafeln

Wenn demnächst – laut KVG noch in diesem Jahr – die dynamischen Anzeigetafeln an den Haltestellen im Lossetal in Betrieb gehen, dann werden zumindest die Fahrgäste an den Haltestellen zeitnah und direkt informiert, sagte der KVG-Sprecher. HINTERGRUND

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Von Holger Schindler

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