HNA-Markt: Gutes Heim für Schlittenhunde gesucht

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Vor dem Tod gerettet: Elke P. mit drei der Schlittenhunde, die sie nun in liebevolle Hände abgeben will.

Helsa. Nach einem regelrechten Krimi um den Vorbesitzer im Schwedischen Lappland hat sich Elke P. aufopferungsvoll um 24 ausgebildete Schlittenhunde gesorgt. Für einige sucht sie ein neues Zuhause.

Vor über zehn Jahren entdeckt Elke P. eine Leidenschaft, die sie bis heute nicht mehr loslässt: den Hundeschlittensport.

Alles begann als sie ihren Schwager besuchte, der nach Nord-Norwegen ausgewandert war. In dessen Nachbarschaft lebten über 50 Huskies im Besitz ihrer sogenannten Musher, eine Bezeichnung für den Hundeschlittenführer. Von dort brachte die heute 56-Jährige ihren ersten Husky mit. Zurück in Deutschland begann sie mit der Zucht, gründete daraus ihr erstes Vierergespann und stieg in den Schlittenrennsport ein. „Auch in Europa ist dieser Sport weit verbreitet, wobei der Schlitten alternativ durch ein Dreirad oder einen Scooter ersetzt wird.“, erklärt die, in Eschenstruth lebende, Hundeliebhaberin.

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HNA-Markt: Liebevolles Heim für Schlittenhunde aus Lappland gesucht

Über eine Freundin lernen Elke und ihr Lebensgefährte Helmut einen, in Europa und Skandinavien angesehenen, Hundeschlittensportler und Züchter kennen. Der Deutsche lebt an der Grenze zu Südlappland und züchtet dort seit über vierzig Jahren Hunde der Rasse „European- /Skandinavian-Hound“, die weitläufig den gleichen Vorfahren haben, wie die bekannteren Huskies. Eine enge Freundschaft entsteht.

Im Januar fahren Elke und Helmut mit ihren Hunden in ihr Ferienhaus, sie freuen sich auf drei Monate Training, Sport und Urlaub mit ihrem guten Freund. Doch noch in dieser Zeit wird der Freund der Familie, aufgrund einer Anzeige, in Untersuchungshaft genommen, das Verfahren dauert an. „Wir waren schockiert“, sagt Elke P., „In Schweden sind die Haftbedingungen schon in der U-Haft sehr hart. Davon abgesehen wird der ganze Privatbesitz konfisziert. Wir mussten das Haus unseres Freundes in seinem Auftrag verkaufen“. Ähnlich streng sind die Tierschutzgesetze in Schweden. „Die Besitzer sind verpflichtet, sich gut um ihre Tiere zu kümmern. Doch es gibt keine Tierheime in Schweden. Kann eine Versorgung der Tiere nicht mehr gewährleistet werden, werden diese, ohne Rücksicht auf Alter oder Gesundheit, eingeschläfert“, berichtet die Nordhessin.

Aufopferungsvolle Pflege

Dies hätte bedeutet, 24 gut ausgebildete, hoch gezüchtete Schlittenhunde, davon sieben Junghunde, sterben zu lassen. Das konnte Elke P. nicht zulassen und überzeugte die Behörden davon, sich der Hunde annehmen zu dürfen. So pflegte die Familie die kommenden Wochen das 9000 Quadratmeter-Gehege, fütterte zweimal am Tag und bewegte das Rudel, zusätzlich zu den eigenen neun Hunden – ständig von der Polizei überwacht.

Fünf Hunde konnten bereits in Schweden vermittelt werden. Als die Familie Ende April endlich die Gelegenheit bekommt, wieder nach Deutschland zu reisen, sind elf der zu vermittelnden Hunde mit dabei. So reist Elke P. mit zwanzig Hunden 2000 Kilometer zurück. Acht Hunde müssen zurück bleiben, doch sind vorerst sicher untergebracht und sollen in naher Zukunft folgen.

Mittlerweile haben sich alle von der Reise erholt und acht weitere Hunde wurden vermittelt. Alle Hunde werden unter der Bedingung abgegeben, dass sie bei ihren neuen Besitzern alt werden dürfen und ein liebevolles Heim finden, dies wird durch einen Vertrag und eine Schutzgebühr von 250 Euro geregelt. „Wir wollen mit den Tieren kein Geld verdienen, doch nur, wer ein Tier wertschätzt, investiert auch die Gebühr.“, argumentiert Lebensgefährte Helmut. Auf ein gutes zu Hause warten nun noch die Hündinnen Jenny und Kelly im Alter von zehn Jahren, die Brüder Tom und Lucky, beide sechs Jahre und die siebenjährige Delta. Die Geschwisterpaare sollten ein gemeinsames Heim finden.

Elke P. betont: „Die European-Hounds sind sehr gute Anfängerhunde, sie sind ruhig, pflegeleicht und gut integrierbar. Sie können, müssen aber nicht weiterhin im Schlittensport eingesetzt werden, Wanderungen oder lange Spaziergänge reichen ihnen vollkommen aus. Sie sind sehr gehorsam, alle Hunde sind hervorragend sozialisiert und können sowohl als Zwinger- als auch als Haushunde gehalten werden.“ Mit Kindern gibt es keine Probleme, da die Hunde sehr freundlich sind, mit Katzen gibt es allerdings keine Erfahrungswerte. Für den Hundeschlittensport eignen sich vor allem Tom und Lucky, beides sind A-Leader und erreichen am Schlitten eine Geschwindigkeit von 30 bis 35 Stundenkilometer. Für Anfänger im Cani-Cross, Bikejöring oder Dogscooter sind es die idealen Hunde. (Haeseler)

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