Figurentheater Marotte führte Stück von Kinderbuchautor Dietl auf

Zum Anfassen: Ganz aus der Nähe durfte Sarah Pichler (links) die kleinen grünen Olchis betrachten, die Puppenspielerin Friederike Krahl vom Figurentheater Marotte im Vellmarer Piazza präsentierte. Foto: Brandau

Vellmar. Es gibt wohl kaum ein Kind, das die Olchis nicht kennt. Geschaffen hat sie der Kinderbuchautor Erhard Dietl, dessen erstes Buch über die Drei-Generationen-Familie 1990 erschien. Seitdem sind die kleinen Müllmonster mit ihren schlechten Manieren nicht mehr aus den Kinderzimmern wegzudenken.

Jetzt waren sie auch im Vellmarer Piazza zu Gast, wo die kleinen grünen Schmuddelhelden mit drei Hörhörnern auf dem Kopf von etwa 70 Kindern sehnsüchtig erwartet wurden.

Als dann endlich das Licht im Piazza, dem Vellmarer Haus der Jugend und Kultur, ausging, war es mucksmäuschenstill. Olchi-Forscherin Frau Dr. Brausewein-Semmel alias Friederike Krahl vom Karlsruher Figurentheater Marotte stand im Scheinwerferlicht und stellte die einzelnen Protagonisten des Stücks vor. Dann hob sich ganz langsam der Deckel einer großen Mülltonne, des Wohnorts der namenlosen Olchi-Familie, und einer nach dem anderen kam aus dem Abfalleimer. Dort leben die Olchis im Dreck, stinken und können sich nicht benehmen. Sie lieben alles, was für Menschen abstoßend, eklig und unbrauchbar ist. Sie essen verschimmelten Pudding und alte, nach Käse stinkende Schuhsohlen oder Schrauben, trinken Stinkerbrühe und Fahrradöl, baden im Schlamm und können Ordnung nicht ausstehen.

Für einen Olchi sind frische, gesunde Sachen giftig, ihr versehentlicher Verzehr ruft bei ihnen einen Ausschlag mit roten, gelben und blauen Punkten hervor.

Über vierzig Minuten kamen die Kinder aus dem Lachen nicht heraus. Immer wieder rülpsten die kleinen grünen Dreckmonster zum Vergnügen der Zuschauer oder gaben ihre Blähungen zum Besten. Und mittendrin der Drache „Feuerstuhl“, mit dem die Olchis durch die Lüfte fliegen konnten.

Ordnung geschaffen

Als die Olchi-Oma ihren 865. Geburtstag feierte und Olchi-Vater einen Teufelsfurzmuffler bauen wollte, tauchte ein blauer Olchi mit schweizerischem Dialekt auf, der alles wieder aufräumte und Ordnung schaffte.

Am Ende der Vorstellung gab es viel Applaus und für die Kinder die Gelegenheit, sich die Olchis einmal aus der Nähe anzusehen.

Schade war nur, dass einige Erwachsene uneinsichtig in den vorderen Reihen Platz nahmen und so den kleineren Zuschauern die Sicht auf die Olchis versperrten.

Von Werner Brandau

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