Tierarzt verprügelt Schäferhundmischling in seiner Praxis

Immer noch verängstigt: Mischling Bruno, hier mit Besitzerin Ilona Pletsch, hat seit dem Vorfall Angst beim Spazieren gehen.

Niestetal/Staufenberg. Ein Tierarzt aus Landwehrhagen hat einen Hund bei der Behandlung in seiner Praxis so schwer geschlagen, dass dieser später in einer Tierklinik versorgt werden musste. Die Halterin hat deswegen Anzeige erstattet.

Zu dem Vorfall kam es am vergangenen Freitag, Ilona Pletsch hatte den Tierarzt aufgesucht, weil ihr Schäferhundmischling Bruno gebissen worden war. Der Veterinär sollte die Wunde versorgen. Doch im Laufe der Behandlung verlor er die Nerven, wie er selber bestätigt.

Zunächst hatte sich der Hund auf dem Behandlungstisch vom Maulkorb befreit, während der Arzt ohne Betäubung dessen Wunde zuklammern wollte. Der Mischling habe daraufhin nach dem Tierarzt geschnappt. „Er zappelte rum und hat mich in den Finger gebissen. Vor Wut und Schmerz bin ich ausgerastet und habe ihm ordentlich eine verpasst“, gab der Veterinär gegenüber unserer Zeitung an.

Die Besitzerin und ihre mit anwesende Schwägerin berichten von mehreren Faustschlägen, die der Tierarzt dem Hund auf den Kopf gab: „Ich war fassungslos. Er schlug zu wie bei einem Boxkampf im Fernsehen“, erinnert sich die Schwägerin, „Bruno begann dann stark aus dem Maul zu bluten.“ Darauf hin nahmen die Frauen das Tier vom Behandlungstisch und hielten ihn am Halsband in einer Ecke des Raumes fest.

Der Arzt ging auf ihn los

Da ging der Tierarzt erneut auf den Hund los. „Er würgte ihn und schlug wieder mehrmals mit der Faust zu“, berichtet Ilona Petsch. Erst als ihre Schwägerin dazwischen ging, ließ er von Bruno ab.

Die beiden nahmen das verletzte Tier mit in die Tierklinik Kaufungen. Dort stellte die behandelnde Ärztin neben der geklammerten Bisswunde neue Verletzungen fest: Wunden an Zunge und Ohr, sowie ein blutiges Auge sind im Untersuchungsbericht dokumentiert. Bruno bekam Schmerzmittel für zwei Tage verabreicht, sein Auge muss nun regelmäßig versorgt werden.

Er habe die Situation wie eine Art Nervenzusamenbruch erlebt, sagte der Tierarzt aus Landwehrhagen. „Entschuldbar ist das nicht, das gebe ich offen zu.“ Er sei verärgert gewesen, weil eine Rechnung der Frauen noch ausgestanden habe. Auch gebe es Anspannungssituationen beruflicher und privater Natur, in denen man mal die Nerven verlieren könne. Es tue ihm leid: „Eigentlich ist der Bruno gar kein schlechter Hund.“

Karsten Plücker, Leiter des Tierheims Wau-Mau-Insel in Kassel, zeigte sich von der Geschichte nicht überrascht: „Mir wurde von zwei ähnlichen Vorfällen mit diesem Tierarzt berichtet.“ Dem zuständigen Veterinäramt Göttingen sind keine Beschwerden über den Tierarzt bekannt.

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