Interview: Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) über die Rettung des Fachwerkgebäudes

„Ich bin optimistisch“

Ein Schock für viele Helsaer: In der Nacht zum vergangenen Sonntag stand das Merten-Jäger-Haus an der Berliner Straße in Flammen. Archivfoto: Koch

Helsa. Die teilweise Zerstörung des historischen Merten-Jäger-Hauses in Helsa durch einen Brand bewegt die Menschen, und zwar nicht nur in Helsa. Über das Feuer und die Anstrengungen zur Rettung des Fachwerkgebäudes sprachen wir mit Bürgermeister Tilo Küthe (SPD).

Herr Küthe, was ging in Ihnen vor, als sie von dem Brand hörten?

Tilo Küthe: Ich war schockiert. Das Merten-Jäger-Haus ist mehr als ein Haus. Es ist ein ganz wichtiger Bestandteil des Ortes, ein Wahrzeichen für Helsa. Wie sich der Ort verändern würde, wenn es dieses Haus nicht mehr gäbe, hat ja die Fotomontage in der HNA gezeigt. Das Merten-Jäger-Haus hat einen großen historischen Wert.

Seitens der Denkmalpflege gab es bereits am Mittwoch das Signal, dass das Haus zu retten ist. Sind Sie genauso optimistisch?

Küthe: Ja, ich bin genauso optimistisch. Das Merten-Jäger-Haus ist in der Vergangenheit ja schon mehrfach von den Denkmalschutzbehörden gefördert worden. Das zeigt den Stellenwert des Gebäudes. Es ist wichtig, dass wir den künftigen Generationen Zeugnisse der Vergangenheit hinterlassen. In dieser Hinsicht ist es von fundamentaler Bedeutung, dass das Haus erhalten wird.

Frank Williges von der CDU hat eine Art konzertierte Aktion zur Sanierung vorgeschlagen. Was halten Sie davon?

Küthe: Es ziehen ja längst sehr viele an einem Strang: die Denkmalschutzbehörden, der Landkreis, die Gemeinde - und auch der Eigentümer. Im Grundgesetz ist der Schutz des Eigentums garantiert. Daraus erwächst allerdings auch die Verpflichtung, etwas für sein Eigentum zu tun.

Wer ist bei der Hilfsaktion noch mit im Boot?

Küthe: Die Dorfgemeinschaft ist dabei, außerdem haben sich zwei Architekten aus Helsa bereiterklärt, planerisch und organisatorisch Hilfe zu leisten, und zwar ehrenamtlich. Es geht nämlich jetzt erst einmal darum, das Haus zu sichern. Das Gebäude muss ein neues Dach erhalten, damit es nicht noch mehr Schaden nimmt.

Das imposante Fachwerkhaus stand zuletzt leer. Werden Sie darauf drängen, dass es nach einer Sanierung wieder genutzt wird?

Küthe: Wie gesagt, zunächst muss das Gebäude erst einmal gesichert werden. Mit den Denkmalschutzbehörden soll dann ein komplettes Konzept für eine künftige Nutzung des Merten-Jäger-Hauses aufgestellt werden.

Welche Nutzung können Sie sich vorstellen?

Küthe: Ich denke, das Gebäude muss hochwertig ausgebaut werden, damit es für potente Mieter interessant wird. Denkbar sind repräsentatives Wohnen, aber auch Büroräume, etwa für Anwälte und Architekten. Denkbar ist aber auch, im Merten-Jäger-Haus ein Fachwerk-Kompetenzzentrum anzusiedeln, wo sich Eigentümer und Interessenten beraten lassen können.

Wann wird das Haus wieder aufgebaut sein?

Küthe: Das kann ich nicht sagen. Aktuell geht es darum, die Bausubstanz vor weiteren Schäden zu bewahren.

Von Peter Ketteritzsch

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