In der Nähe von Florenz

Baunatalerin (37) lebt im Kloster - „Ich vermisse nichts“

Tägliches Pauken steht auf dem Programm: Im Kloster wird nur Französisch gesprochen. Dafür muss die Baunatalerin täglich Vokabeln und Grammatik lernen. Fotos: Uminski

Baunatal. Die 37-jährige Baunatalerin Justine Uminski lebt seit 2011 in einem Kloster in der Nähe von Florenz. Wir haben mit ihr über ihren Alltag gesprochen.

Der Tag von Justine Uminski beginnt kurz vor sechs Uhr. Das erste Frühstück findet um halb sieben statt. Danach folgen Gebetszeiten und eine heilige Messe. Um 10 Uhr genießt sie zusammen mit den anderen Anbetungsschwestern ihr zweites Frühstück. Die 37-jährige Baunatalerin arbeitet danach in der Küche und bereitet das Essen zu. Seit September 2011 lebt sie in einem italienischen Kloster in Sieci, in der Nähe von Florenz.

Am Nachmittag hat Justine eine halbe Stunde Zeit, um zu lesen oder spazieren zu gehen. Bis zum Abendbrot folgen Anbetung und Vesper. Nach dem Abendessen widmen sich die Anbetungsschwestern bis 21.30 Uhr dem Gebet. Ab 22 Uhr beginnt die Nachtruhe.

Im Gebet verbunden

„Ich vermisse nichts“, sagt Justine. „Natürlich meine Familie. Aber wir sind im Gebet verbunden.“ Lange war die 37-Jährige auf der Suche. Bis die gelernte Erzieherin auf das Institut Christus König und Hoherpriester in Italien gestoßen ist. „Ich durfte das Kloster zweimal besuchen“, sagt Justine Uminski. „Mir hat es dort sehr gut gefallen, und ich durfte wiederkommen.“

Seit dem 29. September 2011 war sie Postulantin bei den Anbetungsschwestern, pendelte zwischen Sieci und der Schweiz, wo sich ebenfalls eine Niederlassung befindet. Im März dieses Jahres wurde die 37-Jährige mit vier weiteren Postulantinnen feierlich in den Orden aufgenommen und ist nun Novizin. Sie trägt schwarzen Habit, weißen Kopfschleier und heißt fortan Schwester Justine-Marie von der Liebe der vereinigten Herzen Jesu und Mariens.

Neben dem Alltagsleben im Kloster steht vor allem täglich das Pauken von Vokabeln und Grammatik auf dem Plan. Denn gesprochen wird Französisch. „Ich muss noch viel lernen“, sagt die Baunatalerin. „Aber so langsam geht es.“

Nachdem die 37-Jährige ihre Ausbildung als Erzieherin abgeschlossen hatte, lebte sie zunächst für mehrere Jahre in Portugal. „In Fatima habe ich in einer Pilgereinrichtung die Gäste betreut“, sagt Justine Uminski. Um sich weiterzuqualifizieren, absolvierte sie zusätzliche eine Ausbildung als Hauswirtschaftlerin.

„Ich habe immer gespürt, dass der Glaube mein Weg ist“, sagt die Baunatalerin. Zurück aus Portugal, arbeitete sie in katholischen Kindertagesstätten. „Ich hätte zum Schluss Leiterin einer Kita werden können“, sagt Justine Uminski. Das sollte aber nicht ihr Weg werden. Nebenbei begann die 37-Jährige eine Ausbildung zur Homöopathin und half vor allem alten Menschen.

Als 16-Jährige hatte Justine Uminski ein einschneidendes Erlebnis. „Ich habe Handball gespielt“, sagt die Baunatalerin. Nach einem Kreuzbandriss prophezeiten ihr die Ärzte, dass das Knie steif bleiben würde. „Da habe ich Gott versprochen, ihn jeden Tag zu besuchen, wenn mein Knie nicht steif bleibt.“ Die 37-Jährige hat ihr Versprechen gehalten.

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