Helene und Gustav Eiche feiern heute in Kaufungen das Fest der Eisernen Hochzeit

„Ich will keinen anderen“

Jawort vor 65 Jahren: Helene und Gustav Eiche schlossen am 11. September 1948 den Bund fürs Leben. Foto:Oschmann

Kaufungen. Gibt es nach 65 Ehejahren ein schöneres Kompliment: „Ich will keinen anderen Mann als Gustav“. Sagt Helene Eiche (87), fasst die Hand ihres Mannes, die beiden lachen und sehen glücklich aus. Heute feiert das Ehepaar das Fest der Eisernen Hochzeit.

Helene Eiche erklärt das Rezept: „Wir lachen miteinander und übereinander. Außerdem hat jeder seine Vorstellungen, und die werden so lange hin und her bewegt, bis es passt“. Ihr Mann nickt lächelnd.

Eiches, sie ist eine geborene Hardtke, stammen beide aus Kaufungen. Wie es gefunkt hat, darüber verrät der Senior nur soviel: „Also, wir mochten uns, waren gern zusammen, und hübsch war Leni, hübsch.“ Na ja, man habe sich öfter am Bahnhof getroffen, weil man mit dem Zug nach Kassel fuhr. Gustav lernte dort Mechaniker bei der Firma Zill, Helene war Büroangestellte bei Fieseler.

Als junger Soldat bei der Kriegsmarine hielten die beiden Briefontakt. „Leni unterschrieb immer mit Dein Frechdachs “, erzählt der Ehemann. Darüber lacht das gestandene Ehepaar miteinander, herzlich und vertraut.

Nach der Heirat zogen die jungen Leute in Gustavs Elternhaus, in dem der heute 88-jährige Ehemann seit 87 Jahren lebt, wie er stolz erzählt.

Helene Eiche hatte inzwischen im Diakonissenhaus noch ihren Traumberuf Krankenschwester gelernt, gab ihn aber mit der Geburt der beiden Söhne und drei Töchter auf. Sie blieb aber der Krankenpflege immer verbunden, 70 Jahre engagierte sie sich im DRK-Ortsverein Oberkaufungen und war Kreisbereitschaftsführerin. In der DRK-Klinik arbeitete sie als Stationsleiterin. Ihr Mann musste sich wegen einer Kriegsverletzung umorientieren. „Erst wurde ich Schreiner, später ging ich ins Gefängnis“, erzählt er grinsend. „Und zwar als Justizvollzugsbeamter in der JVA Wehlheiden“. Seinem Hobby, dem Singen, frönt er seit 65 Jahren im MGV 1831 Oberkaufungen.

Nach der Rente 1985 ging das Ehepaar verstärkt auf Reisen. Gustav Eiche hatte verschiedene Bootsführerscheine gemacht, das sportliche Ehepaar tummelte sich begeistert auf der Ostsee und den Gewässern Irlands, Schottlands und der Adria.

Dass sie nie schwimmen konnte, wie Helene Eiche verrät, glaubt man kaum. Angst? „Ach was, wenn es gefährlich wurde, habe ich schnell die Life-Belt angezogen“, erklärt die Seniorin. Das tat sie zum Beispiel auch, als sie mal an einer Schleuse im Elsass ins Wasser fiel. „Da haben wir sie wieder rausgeangelt“, erklärt ihr Mann.

Heute teilt das gestandene Paar viele schöne Erinnerungen an vergange Zeiten. Und heute feiert es mit der großen Familie, zu der zehn Enkel gehören, sein Eisernes Hochzeitsfest.

Von Sabine Oschmann

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