Ideenmanagement bei Volkswagen: Bolzen spart 20.000 Euro ein

Pfiffige Idee: Frank Stöhr entwickelte den Bolzen, der in die Mitte des Tellerrades eingespannt wird. Durch den Einsatz des Bauteils wird bei VW Arbeitszeit eingespart und weniger Material verschlissen. Foto: Kühling

Baunatal. „Es ist ein einfacher Bolzen mit ein paar Schrauben“, sagt Frank Stöhr bescheiden zu seiner Entwicklung. Doch der 51-jährige Kfz-Mechaniker sparte mit diesem schlichten Bauteil seinem Arbeitgeber Volkswagen richtig Geld.

Rund 20.000 Euro - das hat das Ideenmanagement im VW-Werk errechnet - bleiben bei dem Autobauer aufgrund des pfiffigen Vorschlags von Frank Stöhr künftig pro Jahr in der Kasse.

Die Beschäftigten haben sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2011 mit ihren Ideen kräftig gesteigert. Nach Angaben von Joachim Falken, Chef des Ideenmanagements in Baunatal, wurden acht Millionen Euro eingespart, im Jahr davor waren es sechs Millionen Euro.

Gefragt ist die Eigeninitiative der Mitarbeiter. 4862 der insgesamt 16 200 Beschäftigten reichten Vorschläge ein. 2237 wurden umgesetzt. Vor allem diese Eigeninitiative, sich Gedanken über den eigenen Arbeitsplatz zu machen, stecke auch hinter dem Ideenmanagement, betont Falken.

Der neuartige Bolzen von Frank Stöhr, der im Labor der Härterei arbeitet, trägt dazu bei, dass die Beschäftigten Arbeitszeit einsparen und weniger Material verbrauchen. Der Spannbolzen des Fritzlarers verhindert etwa, dass ein Getrieberad aufgrund der Spannung des Materials nach dem Härten eine Trennscheibe kaputt macht. Schließlich müssen die Leute im Labor Zahnräder für ihre Stichprobenkontrollen zerschneiden.

„Die Idee besticht durch ihre Einfachheit“, sagt Michael Fischer, Leiter des Labors. Es gebe eben keine besseren Ideengeber als diejenigen, die täglich an ihren Arbeitsplätzen mit diesen Dingen zu tun hätten. Nicht nur der Arbeitgeber profitiert. Zwischen zehn und 50 Prozent der Summe, die das Unternehmen einspart, erhalte der Mitarbeiter, erläutert Joachim Falken. Wie viel Geld bei Frank Stöhr angekommen ist, will er allerdings nicht verraten. Am Standort Baunatal seien insgesamt 1,6 Millionen Euro ausgeschüttet worden.

Von Sven Kühling

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