Margarete und Franz Leis aus Obervellmar haben heute vor 60 Jahren geheiratet

Ihre Urenkel halten sie jung

Halten zusammen: Margarete und Franz Leis (von links) haben sich vor 60 Jahren das Jawort gegeben. Das Hochzeitsfoto zeigt das Paar am 10. Mai 1952 in Niederelsungen. Foto/Repro:  Wienecke

Vellmar. „Vellmar tut viel für ältere Leute“, sagt Margarete Leis, obwohl sie und ihr Mann Franz eigentlich gar keine Zeit haben, diese Angebote zu nutzen. Viel zu gern ist das Obervellmarer Ehepaar regelmäßig mit seinen drei kleinen Urenkelchen, die in Niedervellmar leben, zusammen.

Heute vor 60 Jahren haben Margarete und Franz Leis geheiratet. Gefeiert wird die Diamantene Hochzeit jedoch erst in einigen Tagen. „Wir haben uns 1948 kennen gelernt“, erinnert sich Franz Leis. Beide fuhren jeden Morgen mit dem Zug von Niederelsungen nach Kassel zur Arbeit.

Schuhlöffel lackiert

Der gelernte Bäcker aus dem Egerland folgte seiner Familie in den heutigen Wolfhager Stadtteil Niederelsungen, als er aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte. „Meine Familie wurde aus dem Sudetenland ausgewiesen“, ergänzt seine Frau. „Ich habe bei der Firma Federstahl in Kassel Schnallen und Schuhlöffel lackiert. Wir haben dann 1952 am Tag der Silberhochzeit meiner Eltern geheiratet“, berichtet sie. 1953 zog das Paar, das einem Sohn und eine Tochter hat, zunächst an den Rothenberg nach Kassel. Franz Leis arbeitete seit 1947 bei Henschel, ab 1969 firmierte der Betrieb unter Hanomag-Henschel, später wurde er dann von Mercedes übernommen. Mit Eintritt in den Ruhestand 1985 entdeckte Franz Leis das Hobby Tiffany-Glaskunst für sich und seine Frau.

Gemeinsam stellten sie zahlreiche Kunstwerke und Lampen her. „Unsere Eltern hatten ihre Heimat und ihre Häuser verloren. Daher haben wir beschlossen, nicht zu bauen und uns dafür die Welt anzuschauen“, erzählt der 85-Jährige. Das Paar bereiste Länder wie Thailand, Indien, Tunesien, Griechenland und Dänemark.

Seit 2005 wohnen Franz und Margarete Leis in Obervellmar. Ganz in der Nähe, im Restaurant im Ahnepark, treffen sie sich regelmäßig mit den Mitgliedern ihrer ehemaligen Gymnastik- und der Kegelgruppe. Demnächst geht es wieder nach Marienbad in die Heimat von Franz Leis.

Das Ehepaar hat drei Enkelkinder. Die Urenkel, die Kinder der Enkeltochter, sind sechs, fünf und drei Jahre alt. „Die halten uns in Trab“, sagt Margarete Leis (81) und verrät noch, dass sie eigentlich Kindergärtnerin werden wollte.

Von Bettina Wienecke

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