Eltern sehen Provisorium kritisch

Ihringshäuser Hort ist in Behelfsunterkunft untergebracht

Viel Platz im Gruppenraum: Noah (von links), Marcel, Max und Tim bauen Raketen.

Fuldatal. Seit gut zwei Wochen sind die Container am Sportplatz Auf der Treber für Noah, Marcel, Max und Tim oder auch Esin und Lilly ein Zuhause auf Zeit. Seit der Hort Ihringshausen dort sein neues Domizil eingerichtet hat, werden Grundschulkinder auf der Fläche östlich der Umgehungsstraße betreut.

Max (9) und Tim (8) haben die verschiedenen Unterkünfte des Hortes in den vergangenen Jahren kennengelernt. Sie waren im Haus Schulstraße 1, bis dort 2009 Schadstoffe festgestellt wurden. Sie wurden in den Räumen über Turnhalle und „im Keller der Schule“ betreut. „Über der Turnhalle war es schön, hier ist es super“, meint Tim. „Weil alles so neu ist“, ergänzt Max.

Klar seien die Wände in den Containern weitgehend kahl, „ein paar Bilder fehlen noch“, sagt Tim. Demnächst würden sie Schmetterlinge basteln und aufhängen. Aber in den Räumen gebe es mehr Baumaterial als vorher und „draußen ist mehr Platz als auf dem Schulhof“, meinen die beiden Jungen. Mit anderen, neuen Möglichkeiten. Auf der grünen Wiese neben dem Sportplatz graben Esin und Lilly mit Stock und Schaufel im Boden. „Wir suchen Regenwürmer. Weil die geben Blumen in der Erde Sauerstoff“, sagen die beiden Sechsjährigen. Und Blumen wollen sie schließlich vor den Containern auch noch pflanzen.

„Meine Tochter ist hier glücklich, also ist alles in Ordnung“, meint Lillys Mutter Aneta Heger. Der Hort habe jetzt viel mehr Platz, für die Kinder gebe es „richtige Gruppenräume“ und einen Bereich, in denen sich um die Hausaufgabe gekümmert werde, sagt Michaela Hausmann, Mutter von Marcel. „Und wir müssen uns nicht mehr mit der Schule rumstreiten.“ Denn wegen Anwohnerprotesten durften die Hortkinder ab 14 Uhr nicht mehr einen abgegrenzten Bereich des Schulhofes mit Spielgeräten nutzen.

Die Entfernung von der Schule zum Hort sei jetzt zu groß, meint eine andere Mutter. Für Kinder, die Schulschluss nach der sechsten Stunde haben und schon gegen 14 Uhr vom Hort abgeholt werden, „wird die Zeit knapp“. Ein großes Außengelände sei das eine, „aber es ist und bleibt ein Container“.

Die blieben ein Provisorium und eine Übergangslösung, meint Noahs Mutter Nicole Müller. Aber auch wenn die Lösung nicht optimal sei, „die Räume sind klar und hell. Wir müssen froh sein, dass unsere Kinder betreut werden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.