Image der Landwirte soll verbessert werden

Auch an den Rücken denken: (von links) Janine Stecker, Martina Opfermann-Kertsen und Volker Dippel von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau wollen mit Einsatz des Kreisels helfen, den Arbeitsalltag mit starkem Rücken zu meistern. Fotos: Schippers

Baunatal. Die Landwirtschaft hat ein Imageproblem. Das bestätigte auch der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes Werner Schwarz gestern bei der Eröffnung der Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen. 

Vor etwa 350 Zuhörern referierte Schwarz bei der Eröffnung der Veranstaltung in der Baunataler Stadthalle zum Thema „Landwirtschaft im Fokus der Öffentlichkeit“ und stellte fest: „Die Landwirtschaft steckt in einer Wahrnehmungskrise.“ „Wir sind Tierhalter und Ackerbauern mit großem Wissen und Gewissen."

Der Bauer selbst genieße höchstes Vertrauen, so Schwarz weiter. „Aber das, was wir tun und wie wir es tun, wird massiv kritisiert.“ Er riet den Landwirten aber, sich deshalb nicht in die Ecke des Angeklagten zurückzuziehen. Dafür gebe es keinen Grund, denn die Landwirte erfüllten heute bereits höchste Anforderungen im Tier- und Umweltschutz.

Starke Berufsvertretung

Er verwies exemplarisch auf die Initiative Tierwohl, die unter anderem gemeinsam mit dem Nutztierschutz-Verein „Provieh“ erarbeitet worden sei. Das sei das erste Mal, dass die Landwirtschaft gemeinsam mit dem Tierschutz vorangehe.

Doch gebe es auch Dinge, die nicht verhandelbar seien: „Wenn gesellschaftliche Forderungen den ökonomischen Gesetzmäßigkeiten widersprechen, machen wir nicht mit“, sagte Schwarz in aller Deutlichkeit. Auch dagegen, dass Eigentum der Sozialpflichtigkeit zum Opfer falle, wehre sich der Deutsche Bauernverband.

„Klar ist, dass die Landwirte eine starke Berufsvertretung brauchen, die Interessen bündelt, dafür wirbt und diese möglichst auch durchsetzt“, sagte Schwarz. Dabei sei der Bauer selbst die überzeugendste Vertretung seines Berufsstandes. „Deshalb nutzen auch Sie die Möglichkeit, wenn sie sich bietet, um unsere Landwirtschaft positiv darzustellen“, forderte er.

Auch erneuerbare Energien sind ein Thema auf der Tagung. Peter Voss-Fels vom Hessichen Bauernverband schätzt, dass in Hessen auf etwa 15 bis 20 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen Energie produziert wird. „Da haben wir noch Potential, das wir nutzen können“, sagte er.

Allerdings müsse die Landwirtschaft vor dem Hintergrund der Flächenkonkurrenz einen Kompromiss finden: „Wir müssen beides schaffen, für Teller und Tank produzieren.“

Noch bis Donnerstag tagen die hessischen Landwirte in der Baunataler Stadthalle. Heinrich Heidel, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaftliche Woche, erwartet bis zu 2000 Besucher für die dreitägige Veranstaltung.

Von Nicole Schippers

Fotos von der landwirtschaftlichen Woche Nordhessen:

Landwirtschaftliche Woche in Nordhessen

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