Männerchor Vollmarshausen feiert sein 125-jähriges Bestehen – Kommers am 14. Mai im „Grünen Baum“

Immer ein Lied auf den Lippen

Vor 25 Jahren: Das Bild aus dem Jahre 1986 zeigt die aktiven Sänger des Männerchores vor der Kirche Vollmarshausen beim 100-jährigen Vereinsjubiläum. Repro: Wohlgehagen

Lohfelden. Seit Jahren treten Musikgruppen und Chöre aus Vollmarshausen – etwa der Gemischte Chor, der Schulchor der Musikalischen Grundschule und die Ensembles der Musikschule – bei Veranstaltungen und Dorffesten in Lohfelden und Umgebung auf. Nicht ganz so bekannt, aber der mit Abstand älteste Gesangverein des Ortsteils ist jedoch der Männerchor 1886, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert.

Gemeinsames Konzert

Der traditionsreiche Chor feiert sein Jubiläum am Samstag, 14. Mai, mit einem Kommers im Familienraum Vollmarshausen. Am 23. Oktober wird es dann ein gemeinsames Konzert in Vollmarshausen mit dem Kurhessenchor und dem Posaunenchor Dörnhagen-Fuldabrück geben.

Für beide Veranstaltungen proben die 16 aktiven Sänger mit ihrem musikalischen Leiter Willi Ebrecht jeden Donnerstagabend intensiv im Nebenraum der Gaststätte „Grüner Baum“.

„Wir erwarten am 14. Mai hochrangige Gäste aus der Kommunalpolitik, vom Sängerbund und von benachbarten Chören“, sagte Karl-Heinz Jungfleisch. Der Vorsitzende des Männerchores wird bei dem Festkommers auch die vom früheren Chorleiter, Rektor Friedrich Wittmann, erstellte Vereinschronik vorstellen, die er überarbeitet und ergänzt hat.

Zur Geschichte des Chors: Man schrieb das Jahr 1886, als sich einige Männer in der Gaststätte Dippel (heute: Gaststätte „Grüner Baum“) trafen, um den ersten Männerchor Vollmarshausens zu gründen. Als erster musikalischer Leiter fungierte Kantor Braun, der auch in Wellerode und Nieste mit diesen Aufgaben betraut war.

Es mag nachdenklich stimmen, dass vor 1900 in Vollmarshausen drei Gesangvereine mit 120 Sängern nebeneinander bestehen konnten, während der Männerchor heute – bei verdreifachter Einwohnerzahl – maximal 20 Sänger auf die Beine bringt. Alle Versuche aus den 20er-Jahren, mit den benachbarten Sängern einen Sängergau zu gründen, schlugen fehl.

Einschneidende Veränderungen ergaben sich während des sogenannten Drittes Reichs. Dazu gehörten andere Strukturen und der Anschluss an den Deutschen Sängerbund.

Der Zweite Weltkrieg unterbrach das musikalische Schaffen, der Männerchor musste elf gefallene oder vermisste Sänger beklagen. Es war schließlich ein Verdienst des Vorsitzenden Heinrich Heinemann, dass der Chor das Singen schon 1946 wieder aufnehmen konnte.

44 Jahre Chor geleitet

Musikalisch stark geprägt wurde der Männerchor durch Chorleiter Heinrich Marth aus Ochshausen, der den Gesangverein, dem in diesen Jahren bis zu 70 aktive Mitglieder angehörten, 44 Jahre leitete.

Ihm folgte 1972 Christian Wickert. Von 1974 bis 1997 war Friedrich Wickmann Chorleiter.

Seitdem führt Willi Ebrecht die musikalische Tradition mit der kleineren Sängerschar fort. Das Repertoire des oft bei Hochzeiten und Geburtstagen von Bürgern auftretenden Männerchores umfasst viele bekannte Volkslieder, aber auch Choräle sowie Gospels und Spirituals. (ppw)

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