Studenten der Universität Kassel erfassen unbewohnte Gebäude im Landkreis Kassel

Landkreis Kassel: Immer mehr Häuser leer

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Immer weniger Menschen, immer mehr leer stehende Häuser: In allen Städten und Gemeinden nimmt dieses Problem zu.

Kaufungen / Fuldabrück. Die Entvölkerung ganzer Landstriche ist nicht nur ein Phänomen des Ostens. Auch der Landkreis Kassel verliert immer mehr Einwohner: Die Alten sterben weg, die Jungen ziehen dorthin, wo es Arbeit gibt. Zurück bleiben Orte, in denen die Zahl leer stehender Gebäude wächst, die Infrastruktur bröckelt.

Daher wird derzeit ein sogenanntes Zukunftskataster für den Landkreis erstellt. Studenten der Universität Kassel gehen in die Orte und erheben die Zahl der Geschäfte, Gaststätten, Dienstleister, die soziale und öffentliche Infrastruktur. Und sie erfassen die unbewohnten Häuser. Betreut wird das Projekt vom Zweckverband Raum Kassel (ZRK).

Die Idee dazu stammt vom Arbeitskreis Demografie des Landkreises Kassel und dem Verein Region Kassel-Land. „Wir wollen mit den erhobenen Daten die Entwicklung in den Orts- und Stadtteilen im Landkreis transparent machen“, sagt Andreas Güttler, Geschäftsführer des ZRK. Die Kennwerte werden für jede Kommune in eine Karte eingetragen, die in den folgenden Jahren fortgeschrieben wird.

Bis zum April sammeln die Studenten Daten in Kaufungen, Fuldabrück, Schauenburg, Baunatal und Ahnatal. Auch in Wahlsburg, Reinhardshagen, Hofgeismar, Calden, Immenhausen, Grebenstein und Breuna sind die Studenten unterwegs. Von acht weiteren Kommunen liegen die Informationen bereits vor. Von der Datensammlung erhoffen sich die Initiatoren eine belastbare Grundlage bei Planungsüberlegungen.

Zudem sollen Kommunalpolitikern und Einwohnern die Augen für die Probleme geöffnet werden, die auf sie zukommen werden, sagt Güttler. Dabei könne eine Übersicht über die Leerstände helfen. Und auch der Blick über den Tellerrand der eigenen Gemeinde dränge sich auf. Güttler: „Warum kann man nicht darüber nachdenken, statt der Sanierung von zwei Bürgerhäusern in benachbarten Orten sich auf etwas Gemeinsames zu einigen?“ 

Von Antje Thon

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