Friedel Bertram tritt als Seniorenbeauftragter der Gemeinde Espenau zurück – Abschied mit Wehmut

Immer ein offenes Ohr für andere

Stets engagiert: Friedel Bertram tritt nun etwas kürzer und freut sich darauf, künftig mehr Zeit zu haben. Foto: Schilling

Espenau. Friedel Bertram hat die Hände selten in den Schoß gelegt. Viele Jahre war er unermüdlich im Einsatz. Für die Familie, an der Arbeit und für die Gemeinde Espenau, in der er seit 1970 wohnt. Er hat sich in der Nachbarschaftshilfe und als Seniorenbeauftragter engagiert - nun tritt er einen Schritt kürzer. Der Abschied von seinen Ehrenämtern fällt ihm schwer. „Ich habe stets gern mit und für ältere Menschen gearbeitet“, erzählt Friedel Bertram und ein wehmütiges Lächeln huscht über sein Gesicht. Doch dann fügt er mit fester Stimme hinzu: „Mit 73 Jahren kann man auch mal aufhören zu arbeiten.“ Zum Jahresende gibt er sein Amt als Seniorenbeauftragter ab. Auch die Organisation des von ihm ins Leben gerufenen Kartenspielclubs legt er in andere Hände.

„Wir wollen nun zur Ruhe kommen, einmal Zeit für uns haben“, sagt Friedel Bertram, der seit über 50 Jahren mit Ehefrau Rena verheiratet ist. Gemeinsam haben sie drei Söhne großgezogen, ein Haus gekauft und umgebaut. Abwechslungsreich war auch Friedel Bertrams Arbeitsleben. Er war Bäcker und Zeitsoldat, bevor er mit 31 Jahren seine mittlere Reife nachholte. Anschließend arbeitete er als Steuerfachgehilfe, Programmierer und 25 Jahre lang als Sachbearbeiter bei der Bundesbahn, ehe er in den Ruhestand ging. Zur Ruhe setzte er sich aber nicht. Seit 1998 engagiert er sich in der Nachbarschaftshilfe, für die er viele Ausflüge und Veranstaltungen organisiert hat. Er war im Vorstand des Kreisseniorenbeirates und seit 2003 Seniorenbeauftragter der Gemeinde. Das sei gar nicht so viel Arbeit, erklärt der 73-Jährige. „Die Vereine bieten hier schon sehr viel für ältere Menschen an.“ Auf die Frage, welche Eigenschaften man als Seniorenbeauftragter mitbringen muss, antwortet Friedel Bertram ohne zu zögern: „Man muss den Menschen zuhören können. Man muss ihnen das Gefühl geben: Hier bist du an der richtigen Stelle. Hier kannst du dich anvertrauen.“

Besondere Freude hat es ihm bereitet, wenn er Menschen helfen konnte. Sei es bei Anträgen, mit denen sie allein nicht zurechtkamen, oder mit der Fahrt zum Arzt. Gern erinnert er sich an einen besonderen Einsatz. Mit seiner Hilfe bekam eine ältere Dame Geld von der Aktion Advent. „Sie hat sich so gefreut“, erzählt der engagierte Rentner.

Auch aus gesundheitlichen Gründen tritt Friedel Bertram kürzer. Seinem geliebten Kartenspielclub bleibt er treu, als Mitspieler statt als Organisator. Für die Zukunft hat er nur einen Wunsch. „Ein bisschen mehr Gesundheit. Nicht mehr und nicht weniger.“

Von Meike Schilling

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