Auch Landkreis Kassel mit Minus

Immer weniger leben auf dem Land

Mittlerweile voll: Das Baugebiet Hasenstock in Fuldatal. Die Gemeinde liegt bei der Einwohnerentwicklung vorn. Archivfoto: Schräer

Kreis Kassel. Immer weniger Menschen leben auf dem Land. Der Landkreis Kassel verzeichnete im Jahr 2013 einen Rückgang bei der Einwohnerzahl von 854. Das entspricht einem Minus von 0,36 Prozent.

Immerhin sei der Landkreis Kassel gegenüber anderen Kreisen in Nordhessen damit noch am geringsten betroffen, heißt es in einer Mitteilung aus dem Kreishaus.

Im Speckgürtel um die Großstadt Kassel ist der Rückgang gegenüber dem Umland geringer. Im Altkreis Kassel verzeichneten die Behörden ein Minus von 165 Menschen. Das bedeutet lediglich einen Anteil von 0,12 Prozent an der Altkreis-Bevölkerung. Am dramatischsten ist die Entwicklung im Raum Hofgeismar. Dort gab es einen Rückgang von 515, immerhin ein Anteil von 0,91 Prozent.

Auch die größte Stadt im Landkreis - die Stadt Baunatal - muss mit einem leichten Minus zurechtkommen. Der Einwohnerwert ging 2013 um 64 zurück. 27 353 Menschen leben nach der Statistik aktuell in der VW-Stadt.

Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) spricht grundsätzlich von „stabilen Einwohnerzahlen“ in Baunatal. Immerhin verzeichnete die Stadt laut Schaub in den vergangenen vier, fünf Jahren einen erheblichen Zuzugsgewinn. Damit könne der demografische Faktor nahezu ausgeglichen werden.

Die Nachbarn aus Schauenburg sind mit einem Minus von 41 unter die Marke von 10 000 Einwohnern gerutscht. In den fünf Ortsteilen leben jetzt noch genau 9978 Menschen.

Lediglich sechs Kommunen (von 29) legten 2013 zu: Fuldatal plus 95, Niestetal plus 51, Wolfhagen plus 44, Kaufungen plus 33, Bad Emstal plus neun und Liebenau plus sechs.

„Der Rückgang der Einwohnerzahlen ist in den einzelnen Kreisteilen sehr unterschiedlich“, stellt Landrat Uwe Schmidt (SPD) fest. Während die Zahl der Geburten und der Zuzüge in den Kommunen rund um die Stadt Kassel ausreiche, die Einwohnerzahl relativ stabil zu halten, könnten die Kommunen im Norden und Westen die Zahl der Verstorbenen und Wegziehenden nicht auffangen, so Schmidt.

Dass der Landkreis Kassel den geringsten Bevölkerungsrückgang der nordhessischen Landkreise zu verzeichnen hat, liegt laut Schmidt an der Nähe zur Stadt Kassel und der guten Infrastruktur im Bereich Bildung und Verkehr.

Kritisch bewertet der Landrat die Entwicklung in den eher ländlichen Gebieten. Sein Fazit: Die demografische Situation für den ländlichen Raum im Landkreis Kassel sei weiterhin schwierig. Der Rückgang stelle die betroffenen Städte und Gemeinden vor Probleme, die Infrastruktur bei der Versorgung aufrechtzuerhalten.

Von Sven Kühling

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