Negativrekord beim Sattelfest: Immer weniger Menschen radeln mit

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Ließ sich von Regen nicht abschrecken: Dieter Urbanek aus Vellmar füllte an der Stempelstelle seinen Sattelfest-Pass aus und holte sich die Stempel.

Fuldatal. Das Sattelfest, die große, alljährlich vom Regierungspräsidium (RP) organisierte Fahrradtour von Kassel nach Hann. Münden und zurück, verzeichnete in diesem Jahr mit rund 1000 Teilnehmern einen Negativrekord.

Durch rückläufige Teilnehmerzahlen waren in der Vergangenheit vermehrt Fragen über die Zweckmäßigkeit der Veranstaltung aufgekommen.

„Die Zahl ist enorm abhängig vom Wetter“, sagt Conrad. 2011 sei das Wetter gut gewesen, man habe rund 18 000 Teilnehmer gezählt. „Dieses Jahr haben sich die Teilnehmer den Freischwimmer verdient“, erklärt Conrad, „und auch in der Vergangenheit war das Wetter oft kühl. Bei gutem Wetter hatten wir aber auch schon mal fast 30 000 Radler, als wir die Strecke bis Oberweser geführt haben.“ „Das Sattelfest ist ein Familien-Event und daher stark vom Wetter abhängig“, erklärt auch Rudi Roy, Radsportbeauftragter des Landkreises Kassel. Besonders jüngere Leute kämen bei schlechtem Wetter nicht.

„Dieses Jahr hatten wir zum ersten Mal den ganzen Tag über schlechtes Wetter“, fügt er hinzu. Das sei der Grund für die geringe Teilnehmerzahl. „Man kann nicht sagen, das Sattelfest würde generell nicht mehr so gut laufen. Die Leute kommen schließlich nicht nur zum Radfahren, sondern wegen des Events an sich.“ Wer die Füße in der Fulda baumeln lassen wolle, der lasse sich vom Wetter eher abschrecken, als jemand, der mit sportlichem Ehrgeiz Fahrrad fahre.

Seit seiner Einführung unterstützt die Kasseler Sparkasse das Sattelfest finanziell und will dies auch in Zukunft tun.

„Es hat einen festen Platz im Veranstaltungskalender der Region und ist für Radler, Inliner und Rollifahrer, Familien, Freundeskreise, Betriebe und Einzelfahrer eines der größten rollenden Feste weit und breit“, teilt Michael Krath, Pressesprecher der Sparkasse, mit. Über die genauen Teilnehmerzahlen wisse er nicht Bescheid.

EIN KOMMENTAR

Für Autofahrer auf dem Weg nach Hann. Münden ist es ärgerlich, wenn Rennradler trotz des parallel verlaufenden Radwegs auf der B3 trainieren und so manchmal gefährliche Situationen provozieren. Dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass die Strecke einfach wunderschön ist und bei gutem Wetter nicht nur die Freunde der motorisierten Fortbewegung anlockt. Das Sattelfest ist eine Veranstaltung, die dem Rechnung trägt. Nur ist die Idee leider nicht mehr neu. Inzwischen gibt es an vielen Orten in Nordhessen jedes Jahr ähnliche Veranstaltungen. Das Sattelfest war deren Wegbereiter in einer Zeit, als der umweltbewusste Umstieg aufs Fahrrad en vogue war. Die Anziehungskraft des Neuen und Einzigartigen ist im Laufe der Zeit aber verloren gegangen. Schade eigentlich, denn ein paar Regentropfen haben zu den Anfangszeiten keinen gestört.

Von Patrick Kessler

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