Sanierung des Mönchshauses: 235 Jahre alte Ziegel wurden entdeckt

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235 Jahre alt, aber immer noch funktionsfähig: Axel Recknagel (links) und Hans-Dieter Baller zeigen einen historisch interessanten Ziegel aus den 1770er-Jahren. Im Hintergrund sieht man die Balken des freigelegten Dachstuhls des Mönchshaus in Espenau.

Espenau. Holzbalken liegen frei und werden ausgebessert. Das Dach wurde abgedeckt, deshalb scheint die Sonne durch die offenen Gefache des Dachstuhls. Das Mönchshaus in Espenau wird saniert.

Dabei wurden jetzt vom Förderverein Mönchshaus 235 Jahre alte Ziegel entdeckt. Auf einem der historischen Ziegel steht eine 1776 geschrieben. Die eingeritzte Jahreszahl zeige, wie sich die Arbeiter damals im Mönchshaus verewigt haben, erklärt Hans-Dieter Baller. Die 235 Jahre alten Ziegel sollen künftig ausgestellt werden. Der Bauingenieur und Vorsitzende des Fördervereins legt großen Wert auf solche Funde. „Alte Baustoffe können Aufschluss geben über die Geschichte des Hauses“, erläutert Baller.

Die Erkundung der Geschichte des Gemäuers, das in den Grundzügen schon seit dem 13. Jahrhundert in Mönchehof steht, sei neben der Sanierung des Hauses eine der Hauptaufgaben des Vereins. Nun müsse entschieden werden, was mit den Handstrichbibern - so nennt sich diese Ziegel-Art - die auf dem Dach neben neueren Ziegeln gefunden wurden, passieren soll. Eine Möglichkeit sei, die handgefertigten Ziegel gegen eine Spende abzugeben. Man könne sie aber auch für die Restaurierung anderer historischer Bauten verwenden, erklärt Zimmermeister und Dachdeckermeister Axel Recknagel.

Eingerüstet: Erste Sicherungsmaßnahmen am Mönchshaus in Mönchehof sind angelaufen.

Die neuen Ziegel, die teilweise aus den 1960er-Jahren stammen, würden so gut es geht bei der Neudeckung des Mönchshaus wiederverwendet. Das ist Recknagel und Baller besonders wichtig. „Lieber lassen wir etwas weg, als das wir moderne Baustoffe verwenden.“ So arbeiten die Zimmerer im Dachstuhl, soweit es möglich ist, mit alten Arbeitsmethoden. So würde man am liebsten Lehmwickel verwenden, um die Gefache des Bodens auszufüllen, erklären Recknagel und Baller. Das sei aber sehr aufwendig und teuer, da es heutzutage kaum noch gemacht werde. Von Styropor und Co. halten die beiden jedenfalls nichts.

Einen Überblick über den Stand der Arbeiten und das gesamte Mönchshaus verschafften sich jetzt bei einem Ortstermin auch Landeskonservator Prof. Dr. Gerd Weiß und Landrat Uwe Schmidt. Dabei wurde klar: Sowie der aktuelle Haushalt genehmigt ist, fließen auch die 10 000 Euro, mit denen sich der Landkreis an der Sanierung beteiligt. Und, was auch feststeht: Der marode Erker wird wiederhergestellt.

Der neu gegründete Verein für Denkmalpflege Mönchshaus saniert das Gebäude. Für die ersten Sicherungen, die zurzeit laufen, sind rund 130 000 Euro veranschlagt.

Von Sebastian Dilling

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