Projekt Bio-Regio-Holz fördert Umrüstung von Anlagen in öffentlichen Gebäuden

Initiative fürs Heizen mit Holz

Betreut die Holzhackschnitzelheizung auf der Jugendburg Sensenstein: Hausmeister Thomas Ladner, der eigens geschult wurde, das Naturmaterial (kleines Bild) fachgerecht einzusetzen. Fotos: Habich/dpa

NIESTE. Thomas Ladner, Hausmeister der Jugendburg Sensenstein, findet, die neue, moderne Heizungsanlage sei „ein tolles Spielzeug“. Seit 2006 wird die Sportbildungsstätte des Landkreises mit Holzhackschnitzeln beheizt. Ladner wurde extra geschult, jetzt betreut er die Technik.

Den Bau der Heizung hat das Projekt Bio-Regio-Holz des hessischen Umweltministeriums gefördert. Die Initiative soll unter anderem vorantreiben, dass öffentliche Gebäude verstärkt mit Holz als erneuerbarer Energie geheizt werden. Gemeinsam mit dem Werra-Meißner-Kreis nimmt der Landkreis Kassel nun in einer zweiten Phase an dem Projekt teil. 17 öffentliche Einrichtungen wurden in den beiden Kreisen bereits mit Holzhackschnitzel- und Pelletheizungen ausgestattet.

Gute CO2-Bilanz

„Holz hat eine gute CO2-Bilanz, da jeder Baum im Wachstum mehr CO2 gebunden hat, als bei der Verbrennung entsteht“, sagt Gabriele Maxisch, Geschäftsführerin der Bio-Regio-Holz Meißner-Kaufunger Wald. Sie versichert, dass Holz für das Bio-Regio-Projekt nur in solchen Mengen und an solchen Stellen entnommen wird, dass es nachwachsen kann – oder wo Bäume sowieso gefällt werden müssten.

So wird die Jugendburg Sensenstein mit Bruchholz beheizt, das durch den Orkan Kyrill entstanden war. Dem nachhaltigen Gebrauch von Holz als Brennstoff sind allerdings auch Grenzen gesetzt. Es soll deshalb nur als Teil einer Mischung von Energien gefördert werden, die erneuerbar sind. Auch produziert Holz, wenn es verbrennt, mehr Feinstaub als Öl oder Gas. Ein Problem, dem man in Zukunft mit besserer Anlagentechnik und Filtersystemen beikommen will.

Mehr Feinstaub entsteht

Derzeit noch nicht verwertet wird die anfallende Asche aus den Holzheizungsanlagen. Als natürlicher Dünger eingesetzt, könnte die Asche das Wachstum neuer Bäume anregen, um so den natürlichen Kreislauf zu schließen. „Wir wollen uns aber in Zukunft mit dem Thema befassen“, sagt Gabriele Maxisch.

In der Jugendburg sieht Hausmeister Ladner die Vorteile der Holzheizung vor allem darin, dass sie wenig kostet und nach anfänglichen Problemen gut zu warten ist. Einmal am Tag überprüft er, ob alles richtig läuft, alle zehn Tage nimmt er neue Lieferungen von Holzhackschnitzeln entgegen.

Reicht die Leistung der Anlage zu bestimmten Zeiten nicht, steht zur Sicherheit ein Öltank bereit. Doch der Hausmeister hat sich einen Trick überlegt, damit er diese Reserve nicht anzapfen muss: „Die Sportler in unserer Turnhalle, die können es auch ruhig mal zwei Grad kälter haben“, findet er.

Von Irene Habich

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