Inline-Skater testeten in der Volkswagen-Halle die neuesten Modelle

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Mit fast 30 Sachen durchs Regallabyrinth: Stephan Heinemeyer (von links) und Mario Möller genossen die schnelle Fahrt auf dem glatten Boden der OTC-Halle im Industriepark an der Lilienthalstraße.

Baunatal/Kassel. Inline-Skaten in der VW-Halle: Mario Möller und Stephan Heinemeyer kurven mit raumgreifenden Schritten um ein riesiges, mit schweren Kartons gefülltes Regal, nehmen mit ihren Inline-Skatern elegant die nächste 120 Grad Kurve durch ein enges Hallentor.

Kein Loch im Asphalt, kein Hubbel auf der Fahrbahn oder scharfkantiger Bordstein stören den Lauf der beiden Niedersachsen. Den Boden haben VW-Beschäftigte blitzblank gewienert, nur das sonore Surren der Rollen ist zu hören. "Diese Halle ist ein Traum", sagt Skate-Lehrer Heinemeyer.

Der Niedersachse gehörte zu den begeisterten Inline-Skatern aus ganz Deutschland und dem Ausland, Profis und anspruchsvolle Amateure, die am Wochenende in Halle 20 des Baunataler Original-Teile-Centers von VW (OTC) im Unternehmenspark Kassel die neuesten Kreationen der Inline-Skate-Hersteller testeten. Das Fachmagazin Skate-IN organisiert die Testfahrten und ermittelt eine Bestenliste unter den neuen Modellen. Es geht vor allem um Komfort und gutes Fahrgefühl.

Rollen und Räder, Inline-Skater und Autobauer, das passt zusammen, findet Marcus Edelmann, Logistik-Experte im OTC. Der Sport auf Rollen ist schnell und macht Spaß. Das sind Attribute, mit denen der Wolfsburger Konzern auch für viele seiner Autos wirbt. Die standen für die Testfahrer zum Anschauen lackglänzend bereit. Die Skater wiederum fahren gern in Hallen, von denen es viel zu wenige gebe, sagt Hünemeyer. Seit zehn Jahren funktioniert daher schon die "Ehe" zwischen dem VW-Werk und dem Skater-Magazin.

Im Baunataler VW-Werk gibt es auch Fans der schnellen Rollen. Sechs von ihnen waren vorher ausgelost bei den Testfahrern dabei. VW-Mitarbeiterin Carmen Kipping, früher erfolgreiche Marathon-Skaterin, kümmert sich darum, dass alles funktioniert und sicher ist. Ihr Kollege Bernhard Kotzmann streift sich ein paar neue Inline-Skates über die Füße. Er läuft seit 13 Jahren und freut sich über den Test, das erleichtere ihm die Auswahl. Denn seine alten Skates seien hinüber, er brauche neue. "Nach drei Jahren hat der Schweiß die Schuhe aufgeweicht", sagt Kotzmann. Seine Kollegin Sonja Hoffmann darf sich schon fast zu den Profis zählen. Sie hat vergangenes Jahr den Eon-Mitte-Halbmarathon gewonnen und wirbt beim Hallen-Test für diesen Kasseler Wettbewerb.

Begeisterte Inline-Skater lassen sich auch durch körperliche Handicaps nicht aufhalten. Es spornt sie eher an. Das beweist Leyla Nemati aus Nürnberg, mehrfache Deutsche Meisterin. Sie zog in der VW-Halle mit Josef Riefert aus Köln als "Pilot" fast blind ihre Bahnen. Denn die 39-Jährige ist stark sehbehindert.

Von Peter Dilling

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