Jubiläum 2016

Facebook-Aktion: Album im Internet für Wir-Gefühl

Soziales Netzwerk: In der Baunatal-Gruppe von Facebook kann man Interessantes und Lustiges über die VW-Stadt erfahren – oder selbst beisteuern. Foto: dpa

Baunatal. Mehr als 100 Internet-Nutzer machen schon mit. Unter dem Motto „Wenn Du in Baunatal aufgewachsen bist, dann...“ erzählen sie im sozialen Netzwerk Facebook Geschichte(n) aus der VW-Stadt, zeigen Videos und Bilder.

Der früher prachtvolle Bahnhof in Guntershausen kommt ebenso zu Ehren wie VW, die Einschulung oder die Disco im Hotel Scirocco in Altenbauna. Initiator der Aktion ist Sta Maba, dahinter steckt das Stadtmarketing Baunatal. „Ein Stück Stadtidentität schaffen“ möchte Geschäftsführer Dirk Wuschko.

Die Idee ist nicht neu, ähnliche Gruppen gibt es in anderen Städten bereits, auch in Kassel („Du lebst schon lange in Kassel, wenn Du...“). Es gehe ihm weniger um Außenwirkung als um Zusammengehörigkeitsgefühl und Selbstverständnis der Baunataler, sagt Wuschko. Denn: „Die Identität als Stadt ist noch nicht überall spürbar.“

Der Marketing-Mann hat darüber hinaus im Blick, dass 2016 ein Jubiläum ansteht: Die noch junge Stadt Baunatal wird 50 Jahre alt. Dafür benötige man Material, denn mit einem einzigen großen Fest werde es nicht getan sein.

Volkswagen als Keimzelle: Mit der Ansiedlung des Werks begann die Geschichte Baunatals, Stadtrecht kamen 1966. In den 60er-Jahren entstand auch das Foto vom VW-Parkplatz mit den vielen Käfern, nun in Facebook zu sehen.

Die Schar der Facebook-Freunde von Baunatal ist bunt. Unternehmer wie Marcel Werner (Hotel Scirocco), Heinrich Göllner (Floristik) und Brigitte Umbach (Gesundheitszentrum) sind dabei sowie viele Privatleute. Fehlen darf nicht Adam Ritze, seit Jahrzehnten Chronist der Stadt in Bild, Ton und Text. Der 77-jährige Hertingshäuser hat neben Fotos einige seiner Filme aus alten Zeiten eingestellt.

Wuschko ist bewusst, dass Teilnehmer des virtuellen Tagebuchs aus Ritzes Altersbereich die Ausnahme sind. Vor allem jüngere Menschen und Mittelalter seien über Facebook ansprechbar.

Das sieht auch Professor Andreas Mann vom Lehrstuhl Dialogmarketing im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Uni Kassel so. Er nennt die Facebook-Gruppe eine von mehreren Möglichkeiten, zum Wir-Gefühl beizutragen. Aber er sagt auch: Identität beinhaltet, dass sie von außen bestätigt wird. Dass also Menschen anderswo sagen: Ach ja, Baunatal, das ist die Stadt der Käfer oder der Sportart X – so wie man Gummersbach sofort mit Handball oder Tauberbischofsheim mit Fechten in Verbindung bringt. Das aber werde durch die Facebook-Gruppe kaum erreicht.

Mann vertritt die Meinung, dass Events stärker zusammenschweißen. Ferner sei schwer zu prüfen, ob eine Facebook-Gruppe der Baunataler Art fürs Selbstverständnis etwas bringt. Zudem werde sie nur eine begrenzte Zeit für Aufmerksamkeit sorgen. Das sieht man an der Kasseler Aktion, die im August 2012 begann: Die letzte Einträge stammen vom Jahresende.

https://www.facebook.com/groups/baunatal

https://www.facebook.com/groups/lebeninkassel

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