Sondierung notwendig, weil Merkel gescheitert ist

Interview mit Timon Gremmels: Skeptisch, ob es für eine GroKo reicht

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In Berlin: SPD-Bundestagsabgeordneter Timon Gremmels.

Kreis Kassel. Der heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Timon Gremmels äußert sich im Gespräch mit der HNA zu den Sondierungen. 

Nach den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen zwischen Christdemokraten, Liberalen und Grünen nun doch wieder GroKo? Am Wochenende haben sich CDU/CSU und SPD zu ersten Sondierungsgesprächen in Berlin getroffen – Ausgang offen. Wir haben mit dem heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Timon Gremmels aus Niestetal über die Verhandlungen gesprochen.

Herr Gremmels, was verspricht sich die SPD von den Sondierungsgesprächen?

Timon Gremmels: Wichtig ist, dass das Vertrauen zwischen den drei Parteien wieder wächst. Dafür wäre es gut, wenn die Dinge, die wir schon in der letzten GroKo vereinbart hatten, endlich umgesetzt würden. Dazu zählt ein Rechtsanspruch bei der Rückkehr von Teilzeit in Vollzeit und die Einführung einer Solidarrente.

Wie sehen sie persönlich die aktuellen Entwicklungen, nun doch an einer möglichen Regierung teilzuhaben statt eine starke Opposition zu stellen?

Gremmels: Der SPD-Bundesparteitag hat Anfang Dezember mit breiter Mehrheit beschlossen, mit CDU/CSU ergebnisoffene Gespräche zu führen – ausdrücklich auch über Minderheits- oder Kooperationsmodelle. Notwendig wurde dies, weil Frau Merkel gescheitert ist, mit Grünen und FDP eine Regierung zu bilden. Ich bin skeptisch, ob es genügend Übereinstimmungen für eine erneute GroKo gibt. Letztendlich werden die SPD-Mitglieder darüber entscheiden.

Welche Forderungen sollte die SPD unbedingt durchsetzen?

Gremmels: Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum, gebührenfreie Kitas, eine gleichteilige Finanzierung der Krankenkassenbeiträge durch Arbeitgeber und Beschäftigte, eine finanzielle Entlastung von Familien, mehr Personal und eine bessere Bezahlung in der Pflege sowie eine zukunftsfeste Rente.

Wer ist Timon Gremmels?

Timon Gremmels ist 41 jahre alt, stammt aus Marburg und lebt seit dem fünften Lebensjahr in Niestetal, wo er die Grund- und Gesamtschule besuchte. Nach Abitur an der Herderschule Kassel und Politikstudium in Marburg arbeitete er für die SPD-Landtagsfraktion und den Solartechnikhersteller SMA. 1992 trat Gremmels in die SPD ein. Seit 2009 war er Landtagsabgeordneter, seit 2011 stellvertretender Fraktionschef. Seit 2015 ist er Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Kassel-Land. Gremmels ist ledig und wohnt in Sandershausen sowie in Berlin. In Freizeit und Urlaub wandert er gern. 

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