Schaub: Erste Bilanz kostete Zeit

Interview zur neuen Buchführung

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Manfred Schaub

Baunatal. Den geprüften Jahresabschluss 2008 segneten die Baunataler Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig ab – vier Jahre nach dem Rechnungsjahr 2008. Warum ist so viel Zeit vergangen? Unsere Redakteurin Ingrid Jünemann fragte Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub.

Herr Schaub, warum dauert das so lange?

Manfred Schaub: Das liegt an der Umstellung von der sogenannten kameralistischen auf die doppische Haushaltsführung. Um die Finanzen durchsichtiger zu machen, musste der Wert jedes einzelnen städtischen Besitzes ermittelt werden, von Straßen über Gebäude bis zum Kanalschacht, was sehr lange dauerte. Das Ergebnis floss in eine Eröffnungsbilanz ein. Damit werden nun auch alle Abschreibungen und Folgekosten berücksichtigt. Auf dieser Datenbasis werden wir in diesem Jahr noch weitere Jahresabschlüsse vorlegen.

Stimmt der Eindruck, dass Baunatal damit sehr spät dran ist?

Schaub: Nein, im Gegenteil. So weit wie wir ist kaum eine vergleichbar große Kommune. Das liegt auch daran, dass wir früher als vorgeschrieben, nämlich schon ab 2007, mit der Umstellung auf Doppik begonnen haben.

Was sind die wichtigsten Vorteile der neuen Buchführung?

Schaub: Die Transparenz der Finanzen, indem auch Folgekosten und theoretischer Werteverlust widergespiegelt werden. Keine Investition ist jetzt mehr ein zugebundener Sack, denn man weiß, was man sich geldlich einhandelt.

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