Gewerbegebiet Ihringshausen-West: Zwei Stichstraßen erschließen weitere Flächen

Investieren in Baugrund

Erweiterung: Vor einer im Bau befindlichen Halle stehen Nina Porada vom Bauamt der Gemeinde und Bürgermeister Karsten Schreiber mit dem Plan zur Erschließung neuer Flächen im Gewerbegebiet Ihringshausen-West. Foto: Schräer

Fuldatal. Ein Grundstück mit farbigem Holzhaus und unterteilter Rasenfläche, eine gegossene Bodenplatte, das Metallgerüst einer Halle: Veränderungen im Gewerbegebiet Ihringshausen-West sind offensichtlich. Eine Hundeschule, ein Handels- und ein Bestattungsunternehmen siedeln sich an.

„Es tut sich was und es wird sich weiter was tun“, sagt Bürgermeister Karsten Schreiber (CDU). So plant die Gemeinde die weitere Erschließung für 1,6 Millionen Euro, wobei 1,5 Millionen förderfähig seien. Neben dann neuen Flächen zur Vermarktung „wollen wir auch eine qualitative Verbesserung“. So bekomme das Gewerbegebiet eine Gasversorgung durch die Kasseler Städtischen Werke. Diese kaufen von Eon Mitte bereits verlegte Leitungen und schließen diese über die Liegenschaft der Bundespolizei ans Netz an.

Außerdem habe man in Verhandlungen erreicht, dass die Telekom Glasfaserkabel neu verlegt oder in vorhandene Leerrohre einzieht. Ein Anschluss sei am Eingang des Gewerbegebietes möglich, wo es laut Schreiber ein Glasfaserbündel gibt. Dank Anschluss an „hochleistungsfähigem Internet kann sich auch ein Call-Center ansiedeln“.

Im Gewerbegebiet seien inzwischen neun Grundstücke mit zusammen 20 000 Quadratmeter (zweieinhalb Fußballfelder) verkauft, für weitere 5500 Quadratmeter gibt es Reservierungen beziehungsweise Anfragen.

Insgesamt sei damit über ein Drittel der Mischgebietsfläche weg. Anders als ursprünglich geplant allerdings zu den günstigeren Preisen für Gewerbefläche, nämlich 30 Euro statt 50 Euro pro Quadratmeter.

Die höheren Preise habe der Markt nicht hergegeben, sagt der Bürgermeister. Außerdem war dies auch der Erschließungssituation geschuldet. Denn erreichbar war durch die eine gebaute Erschließungsstraße vorrangig das Mischgebiet.

Dies soll sich jetzt ändern. Um nach den jüngsten Verkäufen weiterhin Flächen anbieten zu können, soll der nördliche Bereich des ersten Bauabschnitts durch zwei Stichstraßen erschlossen werden. Aufgrund der bisherigen Erfahrung sollen jeweils östlich der Straßen kleine Parzellen ausgewiesen werden, westlich seien auch größere Flächen möglich, sagt Schreiber.

Zu den Parzellen werden gleich die Anschlüsse für Kanal und Wasser gelegt. Damit sei zwar das Risiko verbunden, dass „man nicht alle Anschlüsse braucht, wenn mehrere Flächen zusammengelegt werden“. Der Vorteil des kompletten Ausbaus sei aber eine Kostenersparnis, 2000 bis 2500 Euro zu 6000 bis 8000 Euro pro Anschluss, wenn dieser nachträglich gesondert erfolge.

Geld will die Gemeinde auch durch eine Umstellung der Finanzierung sparen. Mit einer Ausfallbürgschaft zugunsten der Hessischen Landgesellschaft soll diese günstigere Kommunalzinsen aufnehmen können.

Hintergrund

Landgtesellschaft kaufte Flächen an

Im Gewerbegebiet Ihringshausen-West stehen insgesamt 21,5 Hektar (eine Fläche von 25 Fußballfeldern) zur Verfügung. Diese teilen sich auf in 17,2 Hektar Gewerbefläche und 4,3 Hektar Mischgebiet, in dem neben dem Betriebsgebäude auch ein Wohnhaus errichtet werden dürfte. Im ersten Bauabschnitt, der durch zwei Stichstraßen komplett erschlossen wird, werden zwölf Hektar für Ansiedlungen bereitgestellt.

Die Hessische Landgesellschaft hatte als Vertragspartner der Gemeinde ab 1982 Grundstücke in Ihringshausen-West gekauft. Für diese Bevorratung - der Vertrag wurde 2009 für zehn Jahre verlängert - sind allein von 1993 bis 2011 Zinsen von 2,7 Millionen Euro aufgelaufen. Aktuell gilt ein Zinssatz von 3,7 Prozent. Dieser soll durch Umschuldung auf Kommunalkredite gesenkt werden. Hierzu ist eine Bürgschaft erforderlich. Diese hat eine Höhe von 9,4 Millionen Euro (Defizit aus Ankauf und Zinsen plus Erschließungskosten). (mic)

Von Michael Schräer

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