Kontrollen und höhere Jagdsteuer stoßen auf Unverständnis

Jäger kritisieren SPD

Getötetes Wild am Straßenrand: Jäger entsorgen die Tiere kostenlos. Nachdem der Landkreis Kasssel die Jagdsteuer erhöht hat, wollen sie dies ausschließlich der öffentlichen Hand überlasssen. Foto: dpa

kreis Kassel. Jäger in Stadt und Landkreis Kassel sehen sich zunehmend als Melkkühe einer verfehlten Haushaltspolitik in Städten und Gemeinden. Das zumindest schreibt der Pressesprecher des Kreisjagdvereins Hofgeismar, Erhard Rüsseler, in einer Erklärung.

Dabei geißelt er Äußerungen von SPD-Politikern zur Entscheidung des Landkreises Kassel, die Jagdsteuer um 30 Prozent zu erhöhen und bezieht sich auf eine Verlautbarung des Kasseler SPD-Stadtverordneten Norbert Sprafke. Der hatte in der HNA erklärt, Waffenbesitzer von den Kontrollkosten ihrer Waffenschränke zu entlasten, sei eine unangemessene Privilegierung dieses Personenkeises mit einem teuren Hobby.

Nach Überzeugung des Kreisjagdsprechers habe der SPD-Stadtverordnete wahrscheinlich noch nichts davon gehört, dass Jäger des Landesjagdverbandes Hessen Mitglied im gesetzlich anerkannten Naturschutzverband seien. Sie setzten sich für die Belange des heimischen Wildes, den Erhalt der Landschaft sowie die Fortbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zum Thema Lernort Natur ein. Rüsseler gibt sich im Weiteren erfreut, dass das Land Hessen durch eine entsprechende Verordnung dem Vorpreschen der Stadt Kassel ein Ende gesetzt habe. Die Prüfung der Waffenschränke durch zwei Bedienstete erfolge nunmehr wieder gebührenfrei.

Erneuert wird vom Kreisjagdverein indes die Kritik am Landkreis Kassel, die Jagdsteuer um 30 Prozent zu erhöhen. Offenbar, so mutmaßt man im Kreisjagdverein, sei sich der Kreistag bei seiner Entscheidung nicht über die Konsequenzen im klaren gewesen. Der Mehreinnahme von 40 000 Euro stünden Mehrausgaben für die Beseitigung des auf Straßen getöteten Wildes gegenüber. Bisher liege der Ansatz bei 60 000 Euro jährlich. Jedoch werde sich diese Summe erhöhen, wenn die Jäger nicht mehr unentgeldlich getötetes Wild von den Straßen entsorgen. (kil)

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