Ahnataler Angler

Jagd auf Riesenwels am Bühl bislang erfolglos

Ahnatal. Der Riesenwels im Ahnataler Bühl, der bis zu 1,80 Meter lang und knapp 50 Kilogramm schwer sein soll, bleibt vorerst im See.

„Jetzt zieht sich der Wels auf den Grund des Bühls zurück und wird nicht mehr anbeißen“, erklärt Gerhard Kaufhold, Gewässerwart des Fischerei-Sportvereins (FSV) Ahnatal.

Welse, auch Waller genannt, sind nachtaktive Tiere und daher schwer zu fangen. Im Spätsommer 2011 war der Wels zum ersten Mal gesichtet worden. Experten schätzten damals, dass das Tier schon bis zu 20 Jahre lang im Bühl heimisch ist. Nächtliche Fangaktionen im September des Vorjahres und im Mai diesen Jahres, an der je zwölf Angler teilnahmen, blieben erfolglos. Ein weiteres gezieltes Angeln, um den Riesenwels an den Haken zu bekommen, war zunächst auf August terminiert, dann aber verschoben und jetzt endgültig abgeblasen worden.

Fangrevier: Im Bühl bei Weimar, der gern als Freizeitanlage genutzt wird, soll sich der Riesenwels (hier ein ähnliches Tier dieser Art) seit Jahren aufhalten. Im Spätsommer 2011 war er zum ersten Mal gesichtet worden. Fotos: Brosche, Archivfoto/nh, Kisling

„Versuche einzelner Vereinsmitglieder, den Wels im Sommer zu fangen, hatten ebenfalls keinen Erfolg“, erzählt Gewässerwart Kaufhold. Und jetzt habe sich der Wels vermutlich schon in sein Winterquartier auf den Grund des Sees zurückgezogen.

Zu der Entscheidung, den für August geplanten nächtlichen Fangzug schließlich abzusagen, dürften auch entrüstete Kommentare von Tierschützern im Internet beigetragen haben. Sie warfen den Anglern unter anderem vor, sie wollten den Riesenfisch nur als Trophäe aus dem Bühl ziehen. Die Angler argumentierten, dass der schwergewichtige Waller durch seinen Appetit das fischökologische Gleichgewicht des Bühls durcheinanderbrächte, da regelmäßig kleinere Fische wie Rotauge und Brasse verspeist würden. „Vor allem an Forellen, die wir in den See gesetzt haben, um den natürlichen Bestand wiederherzustellen, bedient sich der Wels reichlich“, klagt Kaufhold.

Gerhard Kaufhold

Diese Meinung wird von Experten gestützt. „Der Wels kann selbstverständlich entnommen werden“, sagte im April Leonhard Peter, Geschäftsführer des Verbandes Hessischer Fischer mit Sitz in Wiesbaden. Denn in Hessen gebe es für den Wels „keine Schonzeit“. Der Grund dafür sei, dass der Waller kein seltener, schützenswerter Fisch sei, sondern längst als regelmäßiger Gast in Seen und Flüssen gelte. Daher sei man laut Peter vielmehr daran interessiert, die Wels-Population eher knapp zu halten.

Die Angler wollen deswegen nicht aufgeben. Im nächsten Jahr soll erneut der Versuch unternommen werden, den Riesenfisch zu fangen. Für den FSV endet die Angelsaison traditionell mit dem Abangeln am Sonntag, 27. Oktober.

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