Jagdschein für Frauen: Eignen Sie sich für die Pirsch?

+
Mit dem Hund an der Leine und dem Gewehr im Anschlag – um den Jagdschein zu bestehen, dürfen Sie als Jägerin nicht zimperlich sein.

Früher war die Jagd eine reine Männerdomäne. Heute greifen immer mehr Frauen zur Waffe und legen den Jagdschein ab. Das hat nichts mit der Lust am Töten zu tun, sondern mit Liebe zur Natur und aktivem Naturschutz. Wir decken auf, ob in Ihnen die Leidenschaft zur Jägerin steckt.

Noch vor 20 Jahren lag der Frauenanteil unter Jägern bei knapp einem Prozent. Das hat sich grundlegend geändert: Heutzutage ist jeder zehnte Jagdscheinbesitzer eine Frau. In den Vorbereitungskursen zur Jägerprüfung liegt die Frauenquote sogar bei 20 Prozent. Es zeichnet sich ein klarer Trend ab: Die Faszination Jagd hat die Frauen gepackt.

Sie liegen falsch, wenn Sie denken, dass nur Frauen älteren Semesters den Jagdschein ablegen, deren Hund womöglich sorgfältiger gekämmt ist als seine Herrin. Es handelt sich oft um junge, dynamische Frauen – sogar mit rot geschminkten Lippen. Prominente Vertreterinnen sind zum Beispiel Schauspielerin Eva Longoria, Dschungelkönigin Melanie Müller und Topmodel Claudia Schiffer. Zimperlich dürfen Sie aber nicht sein, wenn Sie sich im Wald behaupten wollen.

Lizenz zum Jagen: Der Jagdschein

Bevor Sie überhaupt zur Jagd zugelassen werden, müssen Sie Ihren Jagdschein ablegen. Dieser wird zu Recht auch als „grünes Abitur“ bezeichnet und zählt zu den schwierigsten Prüfungen in Deutschland. Es gibt viel zu lernen – von Wildkunde, Jagdrecht, Waffenkunde, Waldbau, Wildkrankheiten bis hin zum Naturschutz. Der Vorbereitungskurs erstreckt sich meist über ein Jahr mit zwei bis drei Unterrichtseinheiten pro Woche.

Dazu kommt noch das Schießtraining. Denn jede Jägerin muss verinnerlichen: Eine Kugel, die den Lauf verlassen hat, kann nicht mehr aufgehalten werden. Wer sich nicht sicher ist, das Ziel zu treffen, sollte keine Tiere erlegen.

Ihre Pflicht als Jägerin

Als Jägerin sollten Sie nicht auf das Sammeln von Trophäen aus sein. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, das Wild zu hegen und zu pflegen – damit ein artenreicher, vielfältiger und gesunder Tierbestand erhalten bleibt.

Um Kitze vor den Mähmaschinen zu retten, gehen Sie die Wiesen ab, bevor die Landwirte sie mähen. Kommt ein Anruf von der Polizei, weil ein Reh angefahren wurde, müssen Sie es aufspüren und von seinen Schmerzen erlösen. Und im Winter versorgen Sie die Tiere mit Futter – egal bei welchem Wetter.

Als Jägerin tragen Sie eine hohe Verantwortung. Sie müssen bei jedem Wetter und zu jeder Uhrzeit bereitstehen.

Wer das alles auf sich nimmt, wird als Jägerin mit atemberaubenden Glücksmomenten belohnt: Zum Beispiel wenn eine Ricke mit Ihrem Kitz aus dem Wald hervorlugt und Sie die einzige sind, die die beiden beobachtet. Oder wenn Sie endlich den ersehnten Bock erlegen. In diesem Sinne: Waidfrausheil!

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.