Hensch mit Festgottesdienst in Ruhestand verabschiedet

30 Jahre an der Orgel

Abschiedsstück: Gemeinsam mit Soloflötistin Constanze Betzl spielte die scheidende Organistin Gudrun Hensch noch einmal ihr Lieblingsstück, einen Satz einer Sonate von Carl Philipp Emanuel Bach. Fotos: Brandau

Vellmar. Seit mehr als 30 Jahren hat Gudrun Hensch die Orgel in der Obervellmarer Kirche gespielt. Meist unbemerkt von den Gottesdienstbesuchern hat sie stets für die richtigen Töne der nunmehr 240 Jahre alten Orgel gesorgt, die 1773 von Orgelbauer Heeren aus Gottsbühren gebaut wurde.

Und das nicht nur bei den sonntäglichen Gottesdiensten, sondern auch zu anderen Anlässen, wie Andachten, kirchlichen Feiertagen oder Hochzeiten.

Jetzt saß die 71-Jährige zum letzten Mal an der Orgel um den Festgottesdienst anlässlich ihrer eigenen Verabschiedung musikalisch zu umrahmen. Gemeinsam mit Constanze Betzl (Querflöte) spielte sie einen Satz einer Sonate von Carl Philipp Emanuel Bach.

Ihr Lieblingsstück, wie sie verriet. „Ich habe es nie als eine Belastung empfunden, jeden Sonntag an der Orgel sitzen zu müssen“, resümiert sie und erinnert sich daran, dass sie während ihrer Zeit als Organistin mehr als ein halbes Dutzend Pfarrerinnen und Pfarrer in der Gemeinde kennen lernte. Mit Allen sei sie gut ausgekommen. Natürlich gab es auch mal Pannen, sagt sie lächelnd. So seien ihr mal die Noten heruntergefallen oder das Gesangbuch zugeklappt und unter dem Pedal verschwunden. Gern erinnert sich sie sich auch an ein Abendkonzert mit Beteiligung vieler begabter Musiker aus der Kirchengemeinde, zu denen zweifellos auch die Vellmarer Soloflötistin Constanze Betzl gehört, mit der sie viel gemeinsam musiziert hat.

Ganz ohne Orgel will Gudrun Hensch jedoch auch im Ruhestand nicht sein.

Sie kann sich sehr gut vorstellen, gelegentlich und vertretungsweise an der Obervellmarer Orgel die Register zu ziehen. Doch das sollte eine Ausnahme bleiben, denn künftig möchte sie mehr Zeit mit ihren Mann, ihren Kindern und Enkelkindern verbringen.

Worte des Dankes fand dann Gemeindepfarrer Alfred Hocke. „Wir feiern heute einen besonderen Gottesdienst“, sagte der Geistliche. „Wir können nur dankbar sein, dass Gott unsere langjährige Organistin mit so vielen Talenten gesegnet hat. Obwohl sie für die meisten Kirchenbesucher in der Regel unsichtbar war, so war sie doch durch ihr Orgelspiel unüberhörbar.“

Martin Persch Nachfolger

Auch Manfred Sander, Vorsitzender des Kirchenvorstandes, würdigte die über dreißigjährige Tätigkeit von Gudrun Hensch als Organistin. „Sie hat allergrößten Respekt verdient, denn sie hat die musikalische Atmosphäre in der Obervellmarer Kirche über eine ganze Generation hinweg geprägt. Wir sind stolz, eine so hervorragende Organistin gehabt zu haben. Dafür danke ich ihnen im Namen des gesamten Kirchenvorstandes“, sagte Sander unter dem Applaus der Gottesdienstbesucher.

Als Nachfolger von Gudrun Hensch hat sich die Kirchengemeinde für Martin Persch entschieden, der in Obervellmar kein Unbekannter ist und dort bereits seit längerer Zeit als Organist tätig ist.

Von Werner Brandau

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