Anstoß zu umfassendem Hochwasserschutz

Jahrhunderthochwasser vor 20 Jahren: Millionenschaden im Bauna-Tal

Baunatal/Schauenburg. Sie sollte als Jahrhundert-Hochwasser in die Geschichte eingehen: Die große Flut, die sich am 31. Juli 1992 über das Tal der Bauna ergoss.

In den Baunataler Werkstätten entstanden heute vor 20 Jahren die wohl größten Schäden. 85 von 450 Arbeitsplätzen für behinderte Menschen gingen verloren.

Das Unwetter brach fast ohne Vorwarnung über Baunatal und Schauenburg herein. Sintflutartige Regenfälle ließen die Bauna, sonst ein sanfter Bach, zum reißenden Strom anschwellen. Die Flutwelle, bis zu zwei Meter hoch, riss alles mit, was im Wege stand. Bei Breitenbach wurde ein 40-jähriger Mann in letzter Sekunden vor dem Ertrinken gerettet. In Hoof wurden 128 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen.

Bildergalerie vom Jahrhunderthochwasser

Jahrhunderthochwasser in Baunatal

Einen Schaden von 4,6 Millionen Mark (2,3 Mio. Euro) an privatem und kommunalem Besitz bilanzierten die Schauenburger am Ende, im gesamten Bauna-Tal waren es sogar 6,5 Mio. Euro. Manche Familie stand vor den kärglichen Resten ihres Hab und Guts.

Die Feuerwehren, unterstützt von Kollegen aus anderen Orten, waren im Dauereinsatz, allein die Baunataler Wehren 22 Stunden ohne Pause. Dazu DRK, ASB und Technisches Hilfswerk. Bereitschaftspolizei, Bundeswehr und auch VW-Mitarbeiter halfen in den Baunataler Werkstätten beim Aufräumen.

Das schlimmste Unwetter seit Menschengedenken, so die Einschätzung älterer Einwohner, gab den Anstoß zum Umdenken. Inzwischen ist viel für Hochwasserschutz getan, aber noch nicht alles. Zurzeit läuft die Renaturierung der Bauna. Zehn Mio. Euro haben Baunatal und Schauenburg bisher in Schutzvorkehrungen investiert, weitere 6,5 Mio. sollen bis 2016 folgen.

Von Ingrid Jünemann

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