HNA besuchte die Freiwillige Feuerwehr Helsa und ließ sich ihre Schutzausrüstung erklären

Für jeden Fall passende Kleidung

Bei jedem Brand wird der Flammschutzanzug getragen.

Helsa. 2013 hatte die Helsaer Feuerwehr 86 Einsätze: Ob ein Wespennest im Kindergarten, ein Scheunenbrand beim Landwirt oder ein umgekippter Lkw mit Chemikalienladung – wenn die Funkmelder piepen, ist die Feuerwehr zur Stelle. Und je nach Einsatz rücken die Feuerwehrleute mit der passenden Schutzkleidung an.

Die HNA hat sich einmal durch die Welt der Schutzausrüstungen führen lassen. Models waren der 17-jährige Feuerwehrnachwuchs Christoph Vogt und Peter Schlosser, der seit 40 Jahren Mitglied der Feuerwehr ist.

Schlosser kennt den Unterschied zu vergangenen Zeiten, als die Feuerwehr noch mit Baumwollkleidung und Lederstulpenhandschuhen Brände löschte: „Wenn der Handschuh nass wurde, konnte die Hand darin verkochen.“ Vogt ist zwar bereits seit sieben Jahren dabei, darf aber trotzdem noch nicht alle Anzüge im Einsatz tragen: „Das darf nur, wer entsprechende Lehrgänge absolviert hat“, erklärt Wehrführer Reiner Kohlhaase.

Los geht es mit dem klassischen Flammschutzanzug: „Ob ein Toaster oder Dachstuhl brennt, es gibt nur diese Form der Brandschutz-Ausrüstung“, sagt Kohlhaase. Bis zu 15 Sekunden lang schützt dieser Anzug vor Temperaturen bis zu 1000 Grad. Er ist beweglich, denn mit ihm muss man alles machen können – ein Haltegurt mit Multifunktions-Öse, ein Seil und natürlich das Funkgerät helfen dabei. Der Pressluftatmer kann einen Atemschutzgeräteträger rund 40 Minuten versorgen.

„Die Brände sind heute wärmer als früher, wo die Hauswände noch keine Wärmeschutzdämmung hatten“, sagt Gemeindebrandinspektor Timo Schröder. Eine bessere Ausrüstung sei deshalb unverzichtbar.

„Mit dem Imkeranzug dürfen nur Insektennester entfernt werden, wenn Gefahr im Verzug ist“, erklärt Kohlhaase. Ansonsten komme der Insektenbekämpfer. Der Baumwoll-Anzug schützt vor Stichen von Bienen, Wespen oder Hornissen, und in einer Sprühflasche ist Wespenbekämpfungsmittel.

„Es ist das Hochwertigste, was wir zu bieten haben.“

Timo Schröder

Bei äußeren Einwirkungen von Gift kommt der Chemikalienschutzanzug zum Einsatz. „Er ist das Hochwertigste, was wir zu bieten haben“, sagt Schröder. Unter dem Anzug trägt man die Feuerwehrdienstkleidung und ein Atemschutzgerät. Da sich der Anzug aufbläst, hat er am Hinterkopf Ventile, durch die die Luft ausströmen kann. Dafür muss sich die Person öfter hinknien, um die Luft nach oben zu pressen.

Der Forstarbeiterschutzanzug besteht aus einer Hose mit Schnittschutzeinsätzen. Eine Kettensäge dürfe ebenfalls nur verwenden, wer einen Kettensägenlehrgang gemacht habe.

Was aussieht, wie ein Marsanzug, ist tatsächlich ein Hitzeschutzanzug. Bei Bränden mit großer Wärmeentwicklung wird er über der Feuerschutzkleidung getragen. Das steife Material und die goldbeflammte Platte vor dem Gesicht schützen vor Temperaturen von mehreren Tausend Grad. Aus dem silbernen Schaumrohr kommt Löschmittel heraus.

Wenn Wasser zur Gefahr wird, trägt die Feuerwehr Wathosen. Die Hose gehört zur Standardausrüstung des Rüstwagens und wird bei Bedarf mit angeschweißten Gummistiefeln getragen.

Wehrführer Kohlhaase merkt an: „Die beste Ausstattung ist nicht gut genug, wenn dahinter keine engagierten Feuerwehrleute stecken.“

Von Anna Lischper

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.