Elfriede und Hans Maurer aus Ihringshausen sind seit 65 Jahren verheiratet

Jeden Morgen einen Kuss

Eisernes Hochzeitspaar: Elfriede und Hans Maurer haben sich während des Krieges auf Helgoland kennengelernt. Foto: Mohr

Fuldatal. Beim gemeinsamen Singen hat es zwischen Elfriede und Hans Maurer im Mai 1942 gefunkt. Kennengelernt hatte sich das Eiserne Hochzeitspaar auf Helgoland. Dort war Hans Maurer als Soldat zuständig für das Funkmesssystem. „Als die Frauen zu uns abkommandiert wurden, waren wir erst mal gespannt. In Feldgrau sahen wir Kerle auch gar nicht so hübsch aus“, sagt der 88-Jährige und streicht sein graues Haar zurück.

Beim gemeinsamen Singen fiel dem Soldaten sofort Elfriede Winnefeld auf. „Ich war so ein langer Lulatsch und sie war auch richtig groß“, sagt Maurer. Dann versuchte der damals 20-Jährige die junge Frau für sich zu gewinnen. „Ich wollte ihr die Insel zeigen, um mit ihr Zeit zu verbringen.“ Auch Elfriede war von Hans gleich angetan. „Er war ein bildhübscher Mann und so groß. Man hat einfach zusammengepasst. Das fing ganz zart an“, sagt Elfriede und lächelt ihrem Mann zu.

Am Geburtstag verlobt

Im November 1943 wurde Elfriede von Helgoland abkommandiert. „Da gab es fast Tränen. Ich wusste, dass sie die richtige Frau für mich war“, sagt Maurer ernst. Über zwei Jahre war das junge Paar wegen des Krieges getrennt. „Ich habe ganz viele Briefe geschrieben. Viel mehr als sie“, sagt der 88-Jährige stolz. Wiedergesehen haben sich die beiden erst im August 1945. Elfriede war inzwischen zurück zu ihren Eltern nach Wilhelmshöhe gezogen. „Ich bin von Göttingen zu ihr gelaufen. Als sie mich gesehen hat, ist sie auf mich zugerannt und hat sich richtig gefreut“, sagt Maurer.

Einen Monat später, an Elfriedes Geburtstag, dem 23. September, verlobte sich das Paar. Am 22. Dezember wurde geheiratet. „Es war alles geborgt. Ich hatte sogar das Kleid meiner Schwägerin an“, erinnert sich Elfriede Maurer.

„Die ersten Jahre waren für uns wirklich hart, aber bereut haben wir nie etwas.“ Daraufhin lächelt ihr Mann verschmitzt und sagt: „Wir haben aber nicht nur aus Liebe geheiratet. Damals bekam man ja sonst keine Wohnung.“ In ihre ersten eigenen vier Wände in Ihringshausen zog das Paar gleich nach der Hochzeit. „Eine richtige Wohnung war das ja nicht: Zwei Zimmer, keine Tapeten, wenig Licht, aber uns reichte das damals, wir waren bescheiden, das sind wir immer noch“, sagt der gelernte Schreiner.

Nachdem ihre Töchter Hannelore und Annegret geboren waren, lebte die Familie auf engstem Raum. „Wir haben zu viert in einem Schlafzimmer geschlafen. Man muss als Familie zusammenhalten“, sagt Elfriede Maurer.

Dieses Zusammenhalten und die Eintracht sind es, die ihrer Meinung nach den Erfolg ihrer 65-jährigen Ehe ausmachen. Ein besonderes Ritual hat das Eiserne Hochzeitspaar auch: „Wir grüßen uns jeden Morgen richtig herzlich mit Küsschen“, sagt Hans Maurer und lächelt seiner Frau liebevoll zu. Zum Jubiläum gratulieren neben den zwei Töchtern auch drei Enkel und drei Urenkel.

Von Julia Mohr

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