Stadt Kassel und Umlandgemeinden erstellen Verkehrsentwicklungsplan – Blick bis ins Jahr 2025

Jedes Auto landet auf der Liste

Knotenpunkte: Für einen Verkehrsentwicklungsplan werden Autos und Lastwagen derzeit gezählt. Auch am Original Teile Center (OTC) von VW bei Baunatal wird die Belastung erfasst. Hier wird der Verkehr in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen. Foto: Kühling

Kreis Kassel. Drei Tage in der Woche sitzen sie mit Warnweste ausgestattet an Kreuzungen und Einmündungen. Auf Campingstühlen, mit Block und Stift in der Hand. Die Rede ist von 35 Helfern, die für die Stadt Kassel, Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV), Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) und den Zweckverband Raum Kassel (ZRK) an Kreuzungen die Autos zählen.

Die Daten fließen ein in einen gemeinsamen Verkehrsentwicklungsplan Region Kassel. Erstmalig wird in solchem Umfang ein Modell entwickelt, das genau zeigt, wie viele Autos die Straßen und Kreuzungen belasten und wie dies im Jahr 2025 aussehen wird.

33 Kreuzungen – viele im Altkreis Kassel – sind nach Angaben von Eckhard Dengler, zuständig für die Verkehrsplanung im Kasseler Rathaus, im Blick der Zähler. „Wir wollen abbilden, wie viele Fahrzeuge sich im Hauptverkehrsstraßennetz bewegen“, sagt der Experte.

Mit im Boot sind erstmalig auch die Betreiber des öffentlichen Personennahverkehrs. Erfasst wird beispielsweise, wie viele Menschen in Straßenbahnen und Busse einsteigen.

Studenten als Zähler

Beauftragt mit dem Projekt wurden die Bietergemeinschaft Planersocietaet Dortmund und das Büro Gertz Gutsche Rümenapp aus Hamburg. Für die Zählungen an den Kreuzungen wurden Studenten der Universität Kassel gewonnen. Diese sind jetzt in der dritten Woche im Einsatz. 550 000 Euro kostet der Verkehrsentwicklungsplan. Besonders ist die Vorgehensweise der Experten. Laut Heiko Lehmkuhl von Kasseler Straßenverkehrs- und Tiefbauamt wird zunächst aufgrund aller gesellschaftlicher Daten ein Modell der Verkehrsbelastung errechnet. Da spiele etwa hinein, wie viele Arbeitsplätze es in einem Bereich gibt und wie viele Leute einen Führerschein haben. Mit den jetzigen Zählungen überprüfe man dann nur noch, ob das theoretische Modell in der Praxis so eintritt.

Mindestens ein Jahr wird es dauern, bis alle Daten ausgewertet sind. Schließlich wollen die Auftraggeber auch ein umfassendes Bild über die Verkehrsströme in den Umlandgemeinden gewinnen. Anhand der Werte soll dann überprüft werden, an welchen Stellen des Straßennetzes sich etwas ändern muss.

Mit dem Verkehrsentwicklungsplan wollen die Kommunen zum einen 14 Jahre weit in die Zukunft blicken. Zum anderen soll das Papier Aufschluss über die aktuelle Situation geben.

„Wir haben noch viele weiße Flecken“, sagte Lehmkuhl über die Orte, an denen es bisher keine Verkehrszählungen gab.

Übrigens: Nicht nur Menschen zählen in diesen Tagen Autos und Lastwagen auf unseren Straßen. An manchen Stellen, so erläutert Heiko Lehmkuhl, setze man auch automatische Zählplatten ein. Diese registrieren dann, wieviele Fahrzeuge in 24 Stunden über eine Knotenpunkt rollen.

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