Wiedergewählte Vorsitzende Silke Geule-Himmelreich im Interview über den Handwerker- und Gewerbeverein Fuldatal

„Jetzt hat jeder seine festen Aufgabenbereiche“

HGV-Vorsitzende: Silke Geule-Himmelreich. Archivfoto: nh

Fuldatal. Im März hatte der Handwerker- und Gewerbeverein (HGV) Fuldatal die Wahl des Vorstandes ausgesetzt. Vorsitzende Silke Geule-Himmelreich und Schriftführer Hans-Norbert Alt, die beiden treibenden Kräfte, drohten damit, die Brocken hinzuschmeißen. Jetzt, ein halbes Jahr später, ließ sich die Vorstandsriege komplett wiederwählen. Über die Situation im HGV sprachen wir mit der Vorsitzenden Silke Geule-Himmelreich.

Frau Geule-Himmelreich, noch im März haben Sie angedroht, nicht weitermachen zu wollen, warum eigentlich?

Silke Geule-Himmelreich: Mir hat einfach das Engagement gefehlt von den Mitgliedern und vom Vorstand, der aus zwölf Personen besteht.

Jetzt haben Sie sich wiederwählen lassen zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern. Wie kam es dazu?

Geule-Himmelreich: Wir haben über den Sommer in Verein und Vorstand viel diskutiert. Es war wichtig, einmal klarzumachen, was an Arbeit anfällt und von mir und Hans-Norbert Alt geleistet werden musste. Und dass es so nicht weitergehen konnte.

Ihre Kritik führte nicht zu Zerwürfnissen im HGV?

Geule-Himmelreich: Nein, im Gegenteil. Viele Mitglieder haben positiv reagiert und sich gefragt, was passiert eigentlich, wenn die Führungsspitze hinschmeißt.

Auf Vorsitzender und Schriftführer lastete die Hauptarbeit?

Geule-Himmelreich: Das war so. Dazu gehörten beispielsweise die Organisation der Veranstaltungen, die ganzen Termine bei anderen Vereinen oder im Rahmen der Neugestaltung des Ortskerns Ihringshausen. Und die Regelung interner Angelegenheiten, um den Verein mit 86 Mitgliedern zusammenzuhalten.

Die durchaus unterschiedliche Interessen haben?

Geule-Himmelreich: Logischerweise, das hängt nicht nur mit verschiedenen Berufsfeldern zusammen, sondern ganz entscheidend auch mit den jeweiligen Standorten der Betriebe. So haben die Einzelhändler im Zentrum Ihringshausens entlang der Veckerhagener Straße ganz andere Interessen als andere aus dem Ort, wenn es zum Beispiel um die Neugestaltung der Straße oder ganz aktuell die Weihnachtsbeleuchtung geht.

Bei der musste der HGV in die Bresche springen, nachdem sich die Gemeinde weitgehend zurückgezogen hat.

Geule-Himmelreich: Die Weihnachtsbeleuchtung war vor über 30 Jahren eine Initiative des HGV. Dessen Mitglieder haben die Weihnachtssterne angeschafft und jahrelang für Unterhalt und Reparaturen gesorgt. Erst später hat die Gemeinde einen Großteil der Kosten übernommen.

Was sich die Kommune jetzt nicht mehr leisten kann. Der HGV wollte auf die Beleuchtung aber nicht verzichten?

Geule-Himmelreich: Nein, daher mussten wir Geld sammeln, damit das Geschäftszentrum Ihringshausen weihnachtlich beleuchtet ist. Daher haben wir den Sterne-Soli ins Leben gerufen. Dank der Spenden von Fuldataler Bürgern und HGV-Mitgliedern kamen 2000 Euro zusammen, die der HGV verdoppelt hat. Damit sind die Kosten weitgehend gedeckt.

Ohne Sterne-Soli gibt es künftig keine Weihnachtsbeleuchtung?

Geule-Himmelreich: Darüber müssen wir uns im Vorstand noch Gedanken machen.

Der hat sich wie erwähnt personell nicht verändert. Was ist denn anders als im März?

Geule-Himmelreich: Jedes Vorstandsmitglied hat feste Aufgabenbereiche übernommen wie Organisation des Weihnachtsmarktes, der Schießsportwoche oder Umbau Ortskern Ihringshausen. Ich will mich künftig darauf konzentrieren, im Verein zu koordinieren.

Was hat sich der HGV für die Zukunft vorgenommen?

Geule-Himmelreich: Wir müssen den Menschen in Fuldatal und den HGV-Mitgliedern klarmachen, dass wir nur gemeinsam Ihringshausen als Wirtschaftstandort erhalten können. Noch haben wir das ganze Spektrum von Einzelhandel, Handwerk und Dienstleistungen im Ort. Garantien, dass dies so bleibt, gibt es aber nicht. Mit Aktionen und neuen Ideen muss Ihringshausen für Kunden attraktiv bleiben. Wie einer Gewerbeschau, auf der die Bandbreite der Angebote in Fuldatal präsentiert werden könnte.

Von Michael Schräer

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