Job-Sprungbrett steht auf der Kippe

Reagenzglas gehört zum Handwerkszeug: Jessica Burgard aus Immenhausen lässt sich von Carina Orf, Johannes Jähnert, Nicole Bleckmann und Antonia Stirner, den angehenden pharmazeutisch-technischen Asstistenten die Arbeit im Lehr-Labor erklären. Fotos:  Dilling

Kreis Kassel. Die Finanzierung der Lehranstalt für pharmazeutisch-technische Assistenten, die an die Willy-Brandt-Schule angeschlossen ist, ist nur noch bis zum Sommer nächsten Jahres gesichert. Sie ist das Sprungbrett für Jobs in Apotheken, der pharmazeutischen oder der Lebensmittelindustrie.

Larissa Schomberg muss noch zwei Jahre warten, bis sie sich bewerben kann. Doch die 14-Jährige von der Theodor-Heuß-Schule Baunatal weiß schon, was sie werden will: Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA). „Ich will etwas mit Medizin machen. als PTA hat man immer Chancen“, sagt sie.

Ob das in zwei Jahren noch so ist, ist zumindest für den Schulstandort Kassel fraglich: Die Finanzierung der Schule, die es schon seit 40 Jahren gibt, sei nur noch bis zum Sommer nächsten Jahres gesichert, sagt Reiner Heine, Leiter der Willi Brandt-Schule und der dieser angeschlossenen Lehranstalt für pharmazeutisch-technische Assistenten. Sie ist laut Heine die einzige öffentliche PTA-Schule in Hessen. Sie ist das Sprungbrett für Jobs in Apotheken, der pharmazeutischen oder der Lebensmittelindustrie.

Die Ungewissheit, wie es weitergeht, hängt mit der besonderen Konstruktion von Trägerschaft und Finanzierung zu sammen. Die Lehranstalt wird unter dem Dach der kreiseigenen Arbeitsförderungs-Gesellschaft Agil als Privatschule betrieben. Der Kreis beteilige sich an den Kosten, 150 Euro pro Monat und Schüler würden aus dem Topf des Europäischen Sozialfonds beigesteuert. Die Förderung laufe aber Ende Juli nächsten Jahres aus, sagt Heine. Möglicherweise würden die Karten von der künftigen Landesregierung dann neu gemischt.

Der Schulleiter will beim Landkreis darauf dringen, dass dieser bereits jetzt eine Finanzierungsgarantie abgibt, damit Interessenten wie die angehende Abiturientin Jessica Burgard aus Immenhausen, die sich gerade im Labor der Schule über die Ausbildung informiert hat, Sicherheit haben, ihre Ausbildung in Kassel auch beginnen zu können.Die Schule habe bisher alle 64 Plätze trotz des zu zahlenden Schulgelds von 169 Euro für Landkreis-Azubis (196 Euro für Extene) in zwei PTA-Klassen besetzen können. sagt Heine.

Von Peter Dilling

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