Symposium für Schlafmedizin: Expertin mahnt zu besonderem Blick auf Kinder und Jugendliche

„Jugend leidet unter frühem Schulstart“

Atemtherapiegeräte für kleine Patienten: Olivia D’Haene (35) aus Baunatal informierte sich auf dem Kongress. Ihr gegenüber sitzen Airtec-Berater Stefan Menzel (von links, 41) und Patientenberater Michael Flammang (39) von Vivisol. Fotos: Wohlgehagen

Baunatal. „Was tun bei Schlafstörungen?“, mit dieser Frage beschäftigten sich am Mittwoch in der Baunataler Stadthalle fast 1000 Betroffene, Mitglieder von Selbsthilfegruppen und interessierte Gäste beim Baunataler Symposium für Schlafmedizin.

Zum Schwerpunktthema „Kinder in der Schlafmedizin“ referierte Sigrid Verlaan, Oberärztin und Leiterin des Schlaflabors im Kasseler Marienkrankenhaus. „Organische Erkrankungen wie Schlafapnoe (wiederholte, kurze Atemstillstände, Red.) und Schnarchen im Kindesalter dürfen nicht übersehen werden“, viel häufiger sei aber Schlaflosigkeit bei Kleinkindern und Säuglingen, die bis zu 25 Prozent der Kinder in Deutschland betreffe. Jugendliche litten besonders unter dem frühen Schulbeginn, so die Schlafmedizinerin.

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Veranstaltung war eine Industrieausstellung mit Anbietern aus dem Bereich Medizintechnik, die unter anderem Neuentwicklungen bei Schlafmasken und Atemtherapiegeräten vorstellten. „Bei meinem Vater wurde die Schlafstörung in den 70er-Jahren noch nicht erkannt und behandelt, aber ich bin durch das Atemtherapiegerät ein anderer Mensch geworden“, sagte ein 65-jähriger Besucher.

Am Nachmittag fand ein Patientenforum statt, an dem auch 50 Mitglieder von Selbsthilfegruppen aus Thüringen teilnahmen. Man wolle hiermit Mitbetroffenen, die unter Schlafapnoe leiden, ein Stück Hilfe für den Therapieverlauf geben, sagte Schlafexperte Reinhard Müller, der für den Kongress mit dem Team der Selbsthilfegruppen aus Baunatal und Kassel verantwortlich war.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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