In Vellmar betreiben die Brandschützer seit 40 Jahren eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit

Jugend ist die Stütze der Wehr

Bald im Ernstfall einsatzbereit: Megan Janke, Nico Siemon und Phillip Schlichter werden bald in die aktive Wehr wechseln. Janke will außerdem als Betreuerin die Jugendwehr unterstützen. Fotos: Dilling

Vellmar. Ein technischer Beruf ist nicht ihr Lebensziel. Megan Janke besucht eine Berufsfachschule für Pädagogik. Dennoch kann die 17-Jährige mit technischem Gerät schon ganz gut umgehen. Das muss sie auch. Denn dieses Jahr wird sie in die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Vellmar wechseln.

Sieben Jahre hat sie bislang in der Jugendfeuerwehr gelernt, was es heißt, Feuerwehrfrau zu sein. Eine Freundin habe sie damals zur Übungsstunde mitgenommen. „Dort hat es mir vom ersten Tag an gefallen“, sagt Janke.

Wechsel klappt

Mit der jungen Frau werden auch Nico Siemon (17), der angehende Eletroanlagentechniker, und der gleichaltrige Phillip Schlichter, der die Berufsfachschule besucht und Koch oder Erzieher werden will, in die aktive Wehr wechseln. Die drei Jugendlichen sind ein Beispiel dafür, wie seit 40 Jahren der Wechsel von der Jugendwehr in die derzeit 72 Aktive zählende Einsatzabteilung in Vellmar klappt.

103 Nachwuchsfeuerwehrjungen und -mädchen seien in die aktive Wehr übergetreten, einschließlich der dieses Jahr vorgesehenen Übernahmen, sagt Stadtjugendfeuerwehrwart Pierre Besson. Vor zwei Jahren seien sogar acht Jugendfeuerwehrleute auf einen Schlag in die aktive Wehr gewechselt. Wegen dieses personellen Aderlasses hat die Jugendfeuerwehr momentan nur 20 Mitglieder. Sonst sind es immer um die 30. Fast zwei Drittel von deren Personal stamme bereits aus dem eigenen Nachwuchs, sagt Besson.

Doch dieser Erfolg kommt nicht von allein. Früher seien Jugendliche in die Jugendwehr eingetreten, weil sie an der Arbeit der Feuerwehr interessiert gewesen seien, meint Besson. Heute, im Zeitalter der Computerspiele und vielfältiger Angebote für Kinder, müsse man mehr bieten als Übungen mit Schlauch und Feuerspritze. „Es wird immer schwieriger, Leute zu begeistern.“ In Vellmar schafft das die Feuerwehr mit einem ausgefeilten Freizeit- und Wettkampfangebot. In den 40 Jahren ihres Bestehens sei die Jugendfeuerwehr zusammengenommen fast ein ganzes Jahr mit den Jugendlichen auf Zeltlagern, Kanufreizeiten und anderen Ausflügen gewesen.

Und Anerkennung ist ein wichtiges Instrument, um Jugendliche bei der Stange zu halten. Als erste Jugendwehr in Hessen haben die Vellmarer den Leistungswettbewerb um die „Jugendflamme“ angeboten. Heute ist sie die einzige im Landkreis, die Prüfungen für deren höchste Leistungsstufe anbietet. Daneben werden viele Wettstreite organisiert, in denen der Nachwuchs sein Können beweisen kann.

Seit gut drei Jahren gibt es auch eine Kinderfeuerwehr. In die kann man schon mit sieben Jahren eintreten. Es sei wichtig, die Kinder früh abzuholen, denn mit zehn Jahren, dem Aufnahmealter für die Jugendwehr, seien sie oft schon fest in anderen Vereinen verwurzelt, sagt Stadtbrandinspektor Wolfhard Eidenmüller.

Übungsstunden der Jugendfeuerwehr mittwochs ab 18 Uhr, samstags 14 bis 18 Uhr, Kinderfeuerwehr montags 17 bis 18.30 Uhr (außer Schulferien), Gerätehaus Brüder-Grimm-Straße.

Kontakt: Kinder- und Jugendfeuerwehr, Stadt Vellmar, 0561/826034, kinderfeuerwehr@feuerwehr-stadt-vellmar.de, mail@jugendfeuerwehr-vellmar.de

Von Peter Dilling

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