Grüne zogen eigenen Antrag überraschend zurück

Parlament für den Nachwuchs: Jugend in der Warteschleife

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Jugendliche diskutieren mit: Unser Bild zeigt vollbesetzte Ränge bei einer Veranstaltung im Bundestag in Bonn. Auch auf kommunaler Ebene flammt immer mal wieder die Idee der Beteiligung des Nachwuchses an parlamentarischer Arbeit auf.

Kreis Kassel. Die Interessen von Kindern und Jugendlichen vertreten, Anregungen und Vorschläge geben, an politischen Entscheidungsprozessen mitwirken und dadurch die Situation von jungen Menschen verbessern – das ist die Aufgabe eines Kinder- und Jugendparlaments.

Dieses Gremium gibt es seit vielen Jahren zum Beispiel im Landkreis Marburg-Biedenkopf. „Ich habe die Möglichkeit, mich für meine eigenen und die Interessen von anderen Jugendlichen einzusetzen“, sagt der 16-jährige Erik Weiershausen, Sprecher des Kinder- und Jugendparlaments im Landkreis Marburg-Biedenkopf. „Unter anderem haben wir uns schon für den Bau eines Bolzplatzes und den Ausbau von Jugendräumen engagiert.“

Die grüne Kreistagsfraktion wollte auch im Landkreis Kassel ein Kinder- und Jugendparlament auf den Weg bringen. Die Grundsatzentscheidung dafür oder dagegen, sollte bei der Kreisstagssitzung am 11. November getroffen werden. Doch die Partei hat den Antrag jetzt überraschend zurückgezogen.

Der Grund dafür sei, dass die erst vor kurzem neu gewählten Vertreter des Kreisschülerrats an einem Kinder- und Jugendparlament nicht interessiert seien und sich eine politische Beteiligung unter einfacheren Bedingungen vorstellen, sagt Steffi Weinert, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landkreis.

Anders als über diesen Rat komme man an die jungen Leute nur sehr schwer ran. „Ich hätte mir gewünscht, dass ein solches Parlament zustande kommt“, sagt die Fraktionsvorsitzende. „Mir ist aber auch bewusst, dass es viel Arbeit für die Jugendlichen bedeuten würde. Das Gremium sei nämlich ein eigenständiges Parlament, das wie der Kreistag funktioniere. „Das ist ein riesiger Aufwand“, erklärt Weinert.

Das letzte Wort zu diesem Thema ist aber noch nicht gesprochen. „In Kürze wird der Kreisschülerrat ein Seminar abhalten, bei dem man sich noch einmal darüber unterhalten will, in welcher Form die Jugendlichen Mitspracherecht bekommen können“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. „Möglich wäre zum Beispiel, dass sie in dem schon bestehenden Jugendhilfeausschuss mitarbeiten könnten und von da aus ihre Ideen in den Kreistag bringen.“ 

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