Niestetalerin Jana Nölke ist Botschafterin der Benefizorganisation „One“ – Treffen mit Bundeskanzlerin

Junge Offensive gegen extreme Armut

Botschafterin wirbt an der Uni Kassel: Jana Nölke (links) sammelt Unterschriften für „One“. Die Politikstudentin Jessica Meyer (rechts) und andere unterzeichneten. Foto: pdi

NIESTETAL. Seit der Oberstufe interessiert sich Jana Nölke, frühere Herder-Schülerin, für Entwicklungspolitik. Nun ist sie als Botschafterin für die Benefizorganisation „One“ tätig.

Im Kampf gegen die extreme Armut in der Welt, vor allem in Afrika, seien in den vergangenen 20 Jahren schon deutliche Fortschritte erzielt worden, sagt die Niestetalerin. Bis 2030 könnte die schlimmste Not fast ganz beseitigt werden, meint sie. „Seit 1990 ist die extreme Armut bereits um 50 Prozent gesenkt worden“, sagt die frühere HNA-Praktikantin.

Damit die Armut weiter zurückgedrängt wird, engagiert sich Nölke jetzt persönlich: Als Jugendbotschafterin der internationalen Lobby- und Kampagnenorganisation „One“ will sie im Bundestagswahlkampf die Politiker überzeugen, finanzielle Zusagen für die Entwicklungsländer einzuhalten und mehr für nachhaltige Hilfsprojekte zu tun. „Es ist Zeit, die Politiker an gegebene Versprechen zu erinnern“, sagt die 20-Jährige. Die Industriestaaten hätten zugesagt, 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe bereitzustellen. Deutschland investiere bisher aber nur knapp 0,4 Prozent. Gemeinsam mit 49 weiteren Jugendbotschaftern von „One“ hat sie im April in Berlin für ihr Anliegen bei Bundeskanzlerin Angela Merkel geworben.

Momentan ist Nölke noch als Au-pair-Kraft in Frankreichs Hauptstadt Paris tätig. Als ehrenamtliche Mitarbeiterin des dortigen Komitees von Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, sammele sie bereits Erfahrungen mit Benefizaktionen. Ihre persönliche Kampagne für „One“ soll nach ihrer Rückkehr im Sommer starten. Sie will an Wahlkampfständen mit Kandidaten sprechen, Unterschriften sammeln, Kontakte zu Bundestagsabgeordneten aufbauen und auch bei der neuen Bundesregierung für ihre Ziele werben. Auch mit ihrem Sport will die begeisterte Tennisspielerin, die für den Kasseler TC 31 in der Verbandsliga gespielt hat, Aufmerksamkeit für den guten Zweck gewinnen. Sie könne sich vorstellen, einen Tennis-Workshop oder ein Turnier mit Prominenten zu organisieren. Auch in ihrem späteren Beruf will die Niestetalerin dem Thema Entwicklungspolitik treu bleiben. Sie wolle an der Technischen Universität Dresden Internationale Beziehungen studieren, sagt die 20-Jährige. Ihr Traum sei ein Job bei einer Internationalen Organisation oder die Arbeit als Auslandskorrespondentin. In Afrika, wo sie noch nicht war, könnte sie dann besichtigen, welche Erfolge ihre Kampagne erzielt hat. (pdi) HINTERGRUND

Kontakt: Jana.Noelke@t-online.de

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