Kaufunger Familie päppelt Jungtiere auf

Kätzchen wie Abfall weggeworfen

Kaufungen. Es ist dunkel, kalt und regnerisch. Am Straßenrand bei Hedemünden-Oberode hält ein Auto. Die Tür geht auf, etwas wird hinausgeworfen. Die Tür knallt zu. Das Fahrzeug fährt davon.

Gut, dass dies dem im nachfolgenden Auto fahrenden Paar merkwürdig vorkam. Es hielt an, um nachzusehen, was da so eilig entsorgt wurde: Vier winzige Katzenbabys fanden sie schließlich im Gebüsch.

Wenig später klingelte das Telefon bei Familie Nuhn in Kaufungen: „Könnt ihr uns helfen, ihr habt doch schon einmal Kätzchen großgezogen?“, erkundigte sich Karin Nuhns Cousine, die von den Rettern der Katzenbabys um Rat gefragt worden war. Seit einer Woche leben die Kleinen nun in Niederkaufungen. „Wir haben vor drei Jahren bereits zwei Kätzchen, die in einem Karton in der Müllverbrennungsanlage gefunden wurden, aufgepäppelt“, berichtet Karin Nuhn.

Ausgesetzte Kätzchen werden in Niederkaufungen großgezogen

„Ich kann nicht verstehen, dass man Tiere einfach wegwirft. Warum bringen die Leute sie nicht ins Tierheim? Und warum lassen sie ihre Tiere nicht kastrieren?“, fragt sie.

Etwa drei Wochen alt: Kätzchen Sässy passt in eine Hand.

Die Kätzchen sind ungefähr drei Wochen alt. „Wir haben sie Hexe, Nala und Sässy getauft, das Katerchen heißt Casanova. Wir möchten sie in neun Wochen gegen einen Tierschutzvertrag und die Verpflichtung, sie kastrieren zu lassen, in gute Hände geben“, sagt Karin Nuhn. „Bei der Vorstellung, wie sie aus dem Auto geworfen wurden, bekommt man einfach Wut“, meint ihre Tochter Ivonne Heirich. Mitzuhelfen war für sie keine Frage. „Unser Tagesablauf richtet sich jetzt nach den Katzenbabys. Die ersten Tage waren sehr kritisch“, sagt sie.

Auch von ihrer Enkelin Chantale Heirich wird Oma Karin Nuhn unterstützt, schließlich benötigen die Kleinen viel Zuwendung. Sogar Rüde Bobby ist für die Katzenkinder da. Die Kätzchen dürfen sich an ihn kuscheln und werden von ihm nach jeder der sechs Mahlzeiten abgeleckt. „Sie nehmen keine Fläschchen, aber sie schlabbern die Aufzuchtmilch mit etwas Nassfutter auf“, berichtet Oma Nuhn, während sich die Kleinen laut schmatzend über ihre Schälchen hermachen.

„Unsere Tierärztin Dr. Barbara Arnholz unterstützt uns mit den Kleinen sehr“, sagt sie. Sie sind entwurmt und werden geimpft. Auch das Geschäft Fressnapf in Lohfelden, bei dem die Familie für ihre Tiere einkauft, half mit einer Futterspende. Kontakt: Channy.raun@freenet.de

Von Bettina Wienecke

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