Im Herbst ausgesetzte Tiere wurden in Kaufungen großgezogen – Jetzt in gute Hände übergeben

Aus dem Auto geworfen: Kätzchen haben überlebt

Kaufungen. Die vier Katzenbabys, die im Oktober bei Hedemünden aus einem Auto geworfen worden waren, haben überlebt. Sie wurden von einer Familie in Kaufungen aufgepäppelt und sind mittlerweile in guten Händen.

Ein aufmerksames Paar im nachfolgenden Auto hatte die hilflosen Tiere unmittelbar nach dem Aussetzen aufgesammelt. Über private Kontakte gelangten sie zu Karin Nuhn (58) aus Niederkaufungen. Sie hat Erfahrung mit mutterlosen Kätzchen und erklärte sich bereit, die Kleinen großzuziehen.

Zweieinhalb Monate später haben drei der vier Kätzchen neue Besitzer. Diese halten bereits Katzen und hatten sich noch weitere gewünscht. Zuvor wurden Tierschutzverträge abgeschlossen. Sobald sie alt genug dafür sind, werden die Katzen und der Kater noch kastriert.

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Kätzchen wie Abfall weggeworfen

In die kleine Schmusekatze mit den Ringelmuster-Beinen, Katzenmädchen Sässy, hatte sich Karin Nuhn von Anfang an verliebt. Sie bleibt daher bei ihr. Das dürfte auch den Familienhund Bobby freuen, der viel mit den Katzenbabys schmuste und sie nach jeder Mahlzeit sauber leckte. „Wir möchten uns für den Zuspruch, eine private Geldspende, die Futterspenden und die tierärztliche Unterstützung von Frau Dr. Arnholz nochmals bedanken“, sagt Karin Nuhn, die bei der Aufzucht von ihrer Tochter Ivonne Heirich (40) und Enkelin Chantale (18) unterstützt wurde. „Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt“, sagt sie. Kater Carlo, der ursprünglich Casanova hieß, wohnt jetzt gleich nebenan. Zum Kaffeetrinken der Nachbarinnen wird er im Katzenkorb mitgebracht, um mit Sässy spielen zu können.

Video: Wie Müll weggeworfen

Auch die beiden schwarzen Schwestern von Sässy und Carlo haben es gut getroffen. In die kleine Nala hatte sich die Finderin der Babys, die in Landwehrhagen lebt, verliebt. Nun ist Nala – sozusagen als Belohnung für mutiges Einschreiten – bei ihr eingezogen. Kätzchen Hexe ging an eine Freundin von Chantale Heirich. Auch hier gibt es einen regen Austausch, wie sich das Kätzchen in der neuen Familie eingelebt hat.

Von Bettina Wienecke

Hintergrund - Fundtiere: Hilfe und Ansprechpartner

Das Tierheim Wau-Mau-Insel in Kassel bittet darum, über Fundtiere immer zuerst das für den Fundort zuständige Ordnungsamt oder die Polizeidienststelle (Tel. 0561/9100) zu informieren. Das Kasseler Tierheim ist dienstags, donnerstags, freitags und samstags von 14 bis 17 Uhr sowie mittwochs von 14 bis 18.30 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet. Die Mitarbeiter sind telefonisch montags bis samstags von 10 bis 12 Uhr und 16.30 bis 19.00 Uhr sowie sonntags von 10 bis 12 Uhr erreichbar. (pbw) Kontakt und Infos: Tierheim Wau-Mau-Insel, Schenkebier Stanne 20, 34128 Kassel, Tel. 0561/8 61 56 80, www.wau-mau-insel.de

Stichwort: Aussetzen von Tieren ist strafbar

In Artikel 20a des Grundgesetzes ist der Schutz der Tiere festgeschrieben. Laut Tierschutzgesetz stehen alle Tiere unter Schutz, ein besonderer Schutz gilt den Wirbeltieren. Das Quälen von Wirbeltieren ist eine Straftat (Paragraf 17), die mit Geld- und Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren geahndet werden kann. Wer ein Tier aussetzt oder zurücklässt, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen, begeht eine Ordnungswidrigkeit (Paragraf 3, Tierschutzgesetz), die mit Geldbußen von bis zu 25 000 Euro geahndet werden kann (Paragraf 18). (pbw)

Ausgesetzte Katzen in Kaufungen aufgezogen

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