Fitnessstudio oder Campingplatz denkbar

Gemeinde Helsa will Anlage veräußern: Käufer für Freibad gesucht

+
Trostlose Leere: Mehr als sieben Jahrzehnte lang konnten sich hier Kinder und Erwachsene im kühlen Nass erfrischen, nun ist das Freibad in Helsa geschlossen. Die Gemeinde sucht einen Käufer für die Anlage.

Helsa. Traurig, aber wahr: Die Gemeinde Helsa muss ihr Freibad verkaufen. Das 77 Jahre alte Schwimmbad wurde in diesem Jahr nicht mehr geöffnet, weil der Gemeinde das Geld für den Betrieb der Schwimmanlage am Sportplatzweg fehlt.

60.000 Euro beträgt der jährliche Zuschussbedarf. Als Gemeinde, die den finanziellen Schutzschirm des Landes in Anspruch genommen hat, gelten für Helsa harte Sparauflagen. Das Parlament hat daher beschlossen, dass eine andere Verwendung für die Schwimmanlage gefunden werden soll.

„Wir werden einen Makler einschalten“, sagte Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) der HNA. Denn das Bad soll nach dem Wunsch der Gemeinde im Prinzip erhalten bleiben und nur anders genutzt werden. Gesucht wird ein privater Investor aus dem Wellnessbereich, der in dem bestehenden Gebäude ein Fitnessstudio – mit Schwimmbad – betreiben könnte.

Die Gemeinde würde dem Investor entgegenkommen, wenn er das Schwimmen für Mitglieder und die Öffentlichkeit weiter ermöglichen würde.

Ob dies gelingt, ist freilich fraglich. Daher hat Bürgermeister Küthe weitere Optionen parat. Denkbar sei auch, dass ein Privater einen Camping- oder einen Wohnmobilisten-Platz eröffne.

Dazu müsste das Schwimmbecken zugeschüttet werden, in dem Gebäude könnte neben Sanitärräumen ein Restaurant oder Café untergebracht werden. „Das würde uns touristisch weiterbringen“, sagt der Verwaltungschef. Immerhin führen der Herkules-Wartburg-Wanderweg und verschiedene Radwanderwege an dem Areal vorbei. Eine weitere Möglichkeit wäre, das Schwimmbadgelände mit Wohnhäusern zu bebauen. Doch dies scheidet laut Bürgermeister Küthe aus. Die Kosten seien zu hoch, eine Erschließung würde sich nicht rechnen, meint er. Um das Helsaer Freibad weiter zu betreiben, hätte die Gemeinde in den kommenden fünf Jahren insgesamt 600 000 Euro investieren müssen. Laut einem Gutachten müsste die Beckenfolie erneuert werden, auch die Filter- und die Chlordosieranlage müssten saniert werden.

Nach der Schließung des Freibads wird sich jetzt auch der Förderverein auflösen. Er war vor fünf Jahren gegründet worden, um das Überleben des Freibads zu sichern. Die Unterstützung durch die Bürger war allerdings gering. Da sich niemand für den Vorstand fand, übernahmen die Bürgermeister Tilo Küthe und Arnim Roß (Kaufungen) den Vorsitz.

„Wir müssen regionaler denken. Wir brauchen nicht in jedem Ort ein Schwimmbad, aber in erreichbarer Nähe“, sagte Bürgermeister Küthe. Die nächsten Schwimmbäder für Helsa sind in Wattenbach, Lohfelden, Hessisch Lichtenau und Großalmerode.

Von Holger Schindler

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.