Rolf Mantel besitzt Festschrift vom 1. Wettstreit deutscher Männergesangvereine

Der Kaiser lud zum Singen

Bedeutendes Dokument: Rolf Mantel präsentiert zwei Seiten der Festzeitung von 1899 zum ersten Gesangswettstreit der deutschen Männergesangvereine in Kassel. Foto: Kisling

Ahnatal. „Ein Sängerwettstreit, wie ihn das deutsche Land noch nie gesehen, lenkt in diesen Tagen die Blicke der musikalischen Welt auf unsere Stadt.“ Diese Worte schrieb Dr. R. Brede 1899 in der Festzeitung zum 1. Gesangswettstreit deutscher Männergesangvereine nieder. Der Kaiser des Deutschen Reiches, Wilhelm II., hatte den Wettstreit angeordnet und Kassel als Austragungsort erwählt. Für dieses Ereignis wurde in der Kasseler Aue eine große Festhalle errichtet, welche allerdings nach dem Wettbewerb wieder abgerissen wurde.

„Die Historie ist für mich ein Stück Begleitung zu meiner chorischen Aktivität“, erzählt der Heckershäuser Rolf Mantel. Seit Ende der 80er-Jahre ist der aktive Sänger und Historiker im Besitz einer Kopie der Festzeitung vom Mai 1899. Heute ist die in Altdeutsch verfasste Schrift eine Rarität und für Mantel ein „wichtiger Teil der Geschichte“.

Seit seinem 24. Lebensjahr singt der 73-Jährige im Volkschor Heckershausen und übernahm ehrenamtlich viele Ämter, darunter auch 15 Jahre lang den Vorsitz. Neun Jahre fungierte Mantel zudem als Vizepräsident im Mitteldeutschen Sängerbund und wurde dabei mit dem Goldenen Ehrenabzeichen und der Louis-Spohr-Plakette, der höchsten Auszeichnung des Sängerbundes, ausgezeichnet.

Über die Jahre sammelte er viele Artikel über Auftritte von Chören, doch die Festschrift hat einen besonderen Platz in seiner Sammlung. Auf neun Seiten wird in dieser auf Kaiser Wilhelm II., den deutschen Männergesang, die Rede an die Sänger, die Regeln des Wettstreites, die Rolle der ernannten Preisrichter und das Festgelände eingegangen. Ein von Wilhelm Sennecke komponierter Weltgruß zum Sängerwettstreit ist ebenfalls überliefert und bildet die Grundlage für einen Wettstreit, der prägend für die Entwicklung von Chören bis in heutige Zeit war. (ptk)

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