Mit Kalk gegen den sauren Regen

Hubschrauber bestreut 500 Hektar im Stiftswald bei Kaufungen

Vom Hubschrauber aus werden Teile des Stiftswalds in dieser Woche mit Kalk bestreut. Fotos: Wohlgehagen

Kaufungen. Knatternde Rotoren statt Waldesruh: Der Stiftswald zwischen Kaufungen und Helsa wird zurzeit mit einem Hubschrauber aus der Luft gekalkt. Ein gelb-blauer Helikopter zieht seine Bahnen über den Bäumen, um ausgesuchte Waldflächen mit Nährstoffen zu versorgen. Menschen und Waldbewohner müssen noch etwa eine Woche lang mit den Dauergeräuschen in ihrer Nähe leben. müssen

Der große Kübel, den der „Helixkopter“ der im süddeutschen Neuenstein beheimateten Fluggesellschaft im Schlepptau hat, hat ein Fassungsvermögen von einer Tonne. Im Zweiminutentakt steht er über der Waldlichtung, um die nächste Kalkfüllung von einem Kipper aufzunehmen. Wenn der Behälter voll ist, geht es mit dem für den Waldboden so wertvollen Streugut auf die nächste Runde. Der Pilot öffnet den Behälter vom Cockpit aus.

Carl Hellmold

„Der Spezialkalk kommt aus einem Bruch bei Vockerode“, sagt Carl Hellmold. Der 50-jährige Revierförster ist erleichtert, dass „jetzt endlich geflogen werden kann“. Zuvor hatten schlechte Sicht und Regen immer wieder für Verschiebungen gesorgt.

Die Verantwortlichen kämpfen mit der Kalkung gegen die Säure im Waldboden an. Der saure Regen – ausgelöst von der Luftverschmutzung durch Abgase – gilt als Hauptverursacher des Waldsterbens. Es gehe nicht um höhere Erträge, sondern um eine auf acht bis zehn Jahre angelegte Vorsorgemaßnahme, sagte Carl Hellmold: „Wir wollen die Vitalität und Widerstandskraft der Bäume steigern.“ Er hoffe, so der Revierförster weiter, dass die Versauerung des Bodens und damit die Auswaschung der Nährstoffe in den bestreuten Bereichen gestoppt werden könne. Mit dem Helikopter werden etwa drei Tonnen Kalk pro Hektar Waldfläche ausgebracht. „Wir haben dafür im Stiftswald die ärmeren Böden ausgesucht und den Piloten mit den entsprechenden Daten ausgestattet“, erklärte Hellmold.

Die Kalkung sei früher mit den Verblasegeräten auf Lkw oder Schleppern wesentlich schwieriger gewesen und habe auch zu Schäden geführt, sagte der Revierförster über die vor 14 Jahren vorgenommene Maßnahme.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

Eine Fotostrecke mit Bildern von der Kalkung finden Sie hier:

Waldkalkung im Stiftswald

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